Kritische Bewertungskompetenzen – Selbstbestimmtes Verbraucherhandeln in KI-gestützten IT-Infrastrukturen

Kurzbeschreibung

Der Autor stellt in seiner Expertise einen Zusammenhang zwischen Verbraucherbildung, Selbstbestimmung und Künstlicher Intelligenz (KI) her. Ausgehend davon, dass Selbstbestimmung im Konsumhandeln durch KI-Technologien schwieriger geworden ist, geht der Autor den Fragen nach, (1) welche Kompetenzen Verbraucher*innen in einer zunehmend digitalisierten Welt benötigen, um selbstbestimmt handeln zu können und (2) unter welchen Bedingungen diese erworben werden können. Ein Schwerpunkt liegt auf kritischen Bewertungskompetenzen, da sie eine Voraussetzung für selbstbestimmten Handeln bilden.

Annahmen über die Folgen der Digitalisierung

Kritische Kompetenzen werden in Situationen eingeübt, in denen Algorithmen getestet und trainiert werden, die wiederum das Verbraucherhandeln beeinflussen. Wenn das Trainieren und die Bewährung von Algorithmen nicht mehr an Situationen der Rechtfertigung gebunden sind, verändert das die Bedingungen, unter denen sich kritische Kompetenzen entwickeln und verfestigen. Im Zuge der Digitalisierung verändern sich die Bedingungen der Selbstbestimmung. Dies wird besonders deutlich an Bewertungspraktiken in Kontexten des digitalen Konsums. So sehen sich Konsument*innen beim Online-Shopping einem "Bewertungsdschungel" gegenüber, der es erschwert, kritische Prüfungen zu erlernen und zu platzieren. Immer mehr Lebensbereiche sind von Künstlicher Intelligenz durchzogen. Dadurch kommt es zu ständigen Trainingssituationen, wodurch die Maschine lernt, Bewerten situationsangepasst zu übernehmen. Bewertungssituationen und -praktiken werden durch die Digitalisierung verändert. Dadurch steigt die Relevanz für selbstbestimmtes Handeln in der Zukunft.

Kompetenzanforderungen

Der Autor schreibt kritischen Bewertungskompetenzen eine zentrale Rolle zu. Darunter versteht er die Kompetenz, Bewertungen nicht nur praktisch anzuwenden, sondern deren Situationsangemessenheit vor dem Hintergrund der Pluralität von Konventionen auch zu überprüfen. Kompetenz zeigt sich also in drei Punkten: dem kritischen Überprüfen anhand verschiedener Bewertungsregister, einem gewissen Bewusstsein für Bedingungen der Geltendmachung von Konventionen und darüber hinaus lernoffen zu bleiben.

Kompetenzdimensionen

Kritisch-reflexive Dimension: Fähigkeit, gesteuerte Entscheidungen zu identifizieren.

Zentrale theoretische Annahmen über Kompetenz

Kritische Bewertungskompetenzen bilden nur einen Ausschnitt der Kompetenzen, die Menschen benötigen, um in einer digitalen Welt selbstbestimmt handeln zu können. Daneben umfasst Digital Literacy beispielsweise auch kognitive, affektive oder instrumentelle Fähigkeiten. Jedoch verdienen kritische Bewertungskompetenzen in den Augen des Autors eine besondere Beachtung.

Perspektive der Kompetenzträger*innen auf Kompetenz einbezogen?

keine Angabe

Lebenskontexte der Kompetenzträger*innen einbezogen?

Kritische Kompetenzen müssen abhängig von soziomateriellen Konstellationen gedacht werden. Sie sind keine universell verfügbaren bzw. angeborenen Ressourcen. Kritische Kompetenzen hängen immer mit unterschiedlichen Subjekttypen und den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zusammen.

Herausforderungen der Erfassung von Kompetenz

keine Angabe

Quellenangabe

Lamla, J. (2021). Kritische Bewertungskompetenzen. Selbstbestimmtes Verbraucherhandeln in KI-gestützten IT-Infrastrukturen. Digitales Deutschland. https://digid.jff.de/kritische-bewertungskompetenzen-joern-lamla/

Zuletzt geändert am 5. September 2022.