Das Projekt

Smarte Sprachassistenzsysteme, Online-Banking, Home Schooling –der digitale und technologische Wandel verändert kontinuierlich die unterschiedlichsten Lebensbereiche. Für ein souveränes Handeln in der digitalisierten Gesellschaft benötigen Bürger*innen deshalb Kompetenzen. Das Projekt Digitales Deutschland nimmt sich dieser Herausforderung an und untersucht auf Basis eines Monitorings aktueller Studien, eines theoretischen Rahmenkonzepts, eigener empirischer Untersuchungen und unter Einbezug von Expert*innen unterschiedlichster Disziplinen, wie Kompetenzen systematisiert und gefasst werden können, welche Kompetenzanforderungen an unterschiedliche Zielgruppen gestellt werden und wie allen Teilen der Bevölkerung adäquate Angebote zur Weiterentwicklung digital- und medienbezogener Kompetenzen gemacht werden können. Dabei wird explizit die Perspektive der Kompetenzträger*innen einbezogen. Seit 2020 liegt darüber hinaus ein besonderer Schwerpunkt auf dem Themenbereich Künstliche Intelligenz.

Folgende Fragestellungen leiten durch das Projekt:

Über welche „Digitalkompetenzen“ verfügen welche Bevölkerungsgruppen? Welche Einflussfaktoren sind für eine ungleiche Verteilung relevant? Welche Herausforderungen ergeben sich daraus für Bildungsarbeit und Politik?

Welche Kompetenzanforderungen werden bezüglich der aktuellen Entwicklungen
formuliert? Wie kann das Rahmenkonzept weiterentwickelt werden, um diese Entwicklungen zu integrieren und so auch weiterhin eine gute Orientierung zu bieten?

Inwiefern wird in Kompetenzmodellen auch die Perspektive der Kompetenzträger*innen sowie deren Lebenskontexte berücksichtigt?

Im ersten Projektmodul wurden aktuelle Studien und Modelle der letzten fünf Jahre (2013-2018) zu digital- und medienbezogener Kompetenzen hinsichtlich der verwendeten Begriffe, empirischen Umsetzungen und zentraler Befunde analysiert und für ein Online-Angebot im Sinne offener Wissenschaftsdaten (Open Data) aufbereitet. Die Datenbank wird seitdem kontinuierlich um aktuelle Studien erweitert.

Das zweite Modul beinhaltete den interdisziplinären Austausch mit Expert*innen verschiedener Fachrichtungen am 01. Juli in Frankfurt am Main. Im Zuge dessen wurden Expertisen zu den Zielgruppen „Kinder und Jugendliche“, „Erwachsene“ und „Menschen im höheren Alter“ sowie zu ausgewählten Kompetenzmodellen zur Einordnung der Befunde verfasst und diskutiert. Dies diente der Identifikation von Leerstellen und Herausforderungen zur Vorbereitung des Rahmenkonzepts.

Im dritten Projektmodul wurden die bisherigen Erkenntnisse aus der Datenbank und den interdisziplinären Impulsen zusammengeführt. Aufbauend auf die Projektmodule 1 und 2, die der Grundlegung und Diskussion des Sachstands zu digital- und medienbezogener Kompetenzen dienten, wurde nun ein Rahmenkonzept entwickelt, um Studien und Maßnahmen zum Erwerb von Kompetenz in der Zivilbevölkerung einordnen zu können, Leerstellen zu identifizieren, diese ggf. schließen zu können und den Fachdiskurs hinsichtlich der Frage der Kompetenz der Bevölkerung in Deutschland bezüglich digitaler Medien wahrnehmbar voranzutreiben. Dieser Prozess und die Erkenntnisse wurden in den aktuellen Fachdiskurs in Form weiterer Expert*innen-Gespräche eingeordnet. Die Ergebnisse werden im engen Austausch mit dem Projektverbund veröffentlicht.

Im aktuellen Modul 4 arbeiten wir in vier miteinander verschränkten Bausteinen an Folgendem:

Wir schaffen einen Überblick – Im Monitoring analysieren und begutachten wir kontinuierlich aktuelle und relevante Studien und Modelle zur Medien- und Digitalkompetenz. Das Monitoring wird für unsere Datenbank aufbereitet. Mit einem besonderen Fokus werden in Modul 4 auch relevante Studien zu künstlicher Intelligenz und Kompetenz einbezogen.

Wir entwickeln Konzepte weiter ‑ In einem theoretischen Rahmenkonzept bündeln wir Kompetenzmodelle und entwickeln sie für die weitere Auseinandersetzung und Analyse von Kompetenzen angesichts des digitalen Wandels weiter. Expertisen und interdisziplinäre Fachgespräche begleiten diesen Prozess.

Wir schließen Forschungslücken ‑ In eigenen empirischen Studien eruieren wir die Kompetenzen der Bevölkerung. Eine Repräsentativbefragung hat zunächst den Schwerpunkt auf die mit Künstlicher Intelligenz verbundenen Kompetenzanforderungen. Qualitative Befragungen fokussieren Erfahrungen und Bedürfnisse der Menschen in Bezug auf Medien- und Digitalkompetenzen.

Wir bereiten Wissen auf ‑ In Form eines digitalen Magazins bereiten wir Expertisen, Fachgespräche und eigene Forschungsergebnisse für eine breite (Fach-)Öffentlichkeit auf.

Veranstaltungen

Expert*innengespräch 2020

Am 20. Januar veranstaltete der Projektverbund ein weiteres Expert*innen-Gespräch in Frankfurt am Main. 15 interessierte und ausgewählte Fachpersonen aus Praxis und Forschung diskutierten gemeinsam Eck- und Kernpunkte der Arbeit am Rahmenkonzept, welches kurz vor der Vollendung stand.

Entwicklung Rahmenkonzept 2019

Am 04. Dezember traf sich der Projektverbund in Berlin, um die Entwicklung zum Rahmenkonzept des geplanten Monitorings und die weitere Arbeit an den Expertisen zu besprechen.

Expert*innengespräch 2019

Am 01. Juli trafen sich rund 30 interessierte Expert*innen im Panoramasaal der evangelischen Akademie, um gemeinsam mit dem Projektverbund den bisherigen Arbeitsstand und das weitere Vorgehen zu diskutieren.

Projektverbund

JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

Dr. Guido Bröckling
Dr. Niels Brüggen
Kathrin Demmler
Dr. Senta Pfaff-Rüdiger
Maximilian Schober
Laura Cousseran
Nadja Jennewein
Kerstin Heinemann
Fabian Hellmuth (bis Mai 2019)
Julian Kasten (bis Februar 2020)

Universität Siegen, Lehrstuhl für Medien und Kommunikation

Prof. Dr. Dagmar Hoffmann
Dr. Laura Suna
Ulf Krippendorf

Pädagogische Hochschule Ludwigsburg, Abteilung für Medienbildung

Prof. Dr. Anja Hartung-Griemberg
Prof. Dr. Thomas Wilke
Selina Rau