Digitalisierung im Sachunterricht der Grundschule – Bildungspolitischer Rahmen und notwendige digitalbezogene Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern

Kurzbeschreibung

Dieser Beitrag bietet einen Überblick über die Möglichkeiten der Entwicklung digitaler Kompetenzen im Sachunterricht an der Grundschule. Zunächst wird der bildungspolitische Rahmen sowie der Diskussionsstand zu diesem Thema betrachtet. Im Fokus stehen verschiedene Kompetenzmodelle auf europäischer (DigComp), Bundes- und Landesebene (beispielsweise der Medienkompetenzrahmen NRW). Anhand dieser Modelle wird aufgezeigt, welche Kompetenzen auf politischer Ebene gefordert werden. Daran anschließend stellt die Autorin dar, welchen Beitrag der Sachunterricht an Grundschulen zur Förderung der auf politischer Ebene benannten Kompetenzen leisten kann, um Schüler*innen "zu einem sicheren, kreativen und verantwortungsvollen Umgang mit Medienzu befähigen" (S. 38).

Annahmen über die Folgen der Digitalisierung

Der Alltag der Menschen ist heutzutage von digitalen Medien durchdrungen. Nicht nur technische Geräte wurden rasant weiterentwickelt, auch haben sich durch die Digitalisierung zahlreiche Lebensbereiche verändert, etwa das Berufsleben, die Reiseplanung und vieles mehr. Durch die zunehmende Digitalisierung, Automatisierung sowie Vernetzung werden gerade von Lehrkräften digitalbezogene Kompetenzen gefordert.

Kompetenzanforderungen

Die Autorin beschreibt konkrete Kompetenzanforderungen, die im Rahmen des Sachunterrichts an der Grundschule auftreten bzw. Kompetenzen, die gefördert werden können. Ein Schwerpunkt liegt dabei zum einen auf Anforderungen, die auf kritische Reflexion abzielen. Ein weiterer Schwerpunkt, der im Rahmen von Sachunterricht gut gefördert werden kann, liegt auf dem kreativen Gestalten von Medienprodukten. Diese können vielfältig sein, darunter beispielsweise Fotos und Videos. Einen Überblick über die Kompetenzen bietet der Abschnitt Kompetenzdimensionen.

Kompetenzdimensionen

Instrumentell-qualifikatorische Dimension: Daten und Dokumente sicher speichern; Grundkenntnisse im Programmieren.

Kognitive Dimension: gezielte Begriffe für die Suche in Suchmaschinen verwenden; Suchergebnisse nach Relevanz filtern können; Ansprechpersonen und mögliche Reaktionsmöglichkeiten bei Cybergewalt und -kriminalität kennen; wissen, wie Algorithmen funktionieren.

Kreative Dimension: kreative Planung und Realisierung von Medienprodukten; Probleme im Alltag erkennen, sie abstrakt modellieren, in Teilprobleme oder -schritte zerlegen und geeignete Lösungsstrategien entwerfen und ausarbeiten.

Soziale Dimension: Regeln des sicheren Umgangs mit Kommunikation, die auf ethischen Grundsätzen und kulturell-sozialen Normen basieren, kennen bzw. gemeinsam entwickeln und beachten; verantwortungsvoll mit (persönlichen und) fremden Daten umgehen; Ansprechpersonen und mögliche Reaktionsmöglichkeiten bei Cybergewalt und -kriminalität nutzen.

Kritisch-reflexive Dimension: die Glaubwürdigkeit von Suchergebnissen beurteilen können; sich kritisch mit den Auswirkungen der verschiedenen neuen Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Kooperation auseinandersetzen; verantwortungsvoll mit persönlichen und fremden Daten umgehen; persönliche, soziale und wirtschaftliche Risiken und Auswirkungen von Cybergewalt und -kriminalität erkennen; Auswirkungen von Algorithmen auf die digitalisierte Gesellschaft sowie die Auswirkungen der Automatisierung auf den eigenen Alltag erkennen; Daten, deren Quellen sowie ggf. die dahinter verborgene Absichten erkennen und kritisch bewerten; unangemessene Medieninhalte erkennen.

Zentrale theoretische Annahmen über Kompetenz

Medienkompetenz ist eine wesentliche Grundlage, um in der heutigen Gesellschaft Zugang zu Informationen und Wissen zu haben. Daraus resultiert die Forderung, dass Medienkompetenz bereits in der Grundschule gefördert werden sollte. Den beispielhaft dargestellten Kompetenzmodellen und Orientierungsrahmen ist gemein, dass sie alle unter Medienkompetenz weit mehr als nur technische Fähigkeiten und Wissen verstehen. Medienkompetenz ist in diesen Modellen ein Ziel lebenslangen Lernens sowie Medienbildung eine Querschnittsaufgabe - über alle Schulfächer hinweg. Ziel ist es, Kinder "zu einem sicheren, kreativen und verantwortungsvollen Umgang mit Medien zu befähigen" (S. 38).

Perspektive der Kompetenzträger*innen auf Kompetenz einbezogen?

keine Angabe

Lebenskontexte der Kompetenzträger*innen einbezogen?

Die Autorin verweist zu Beginn des Beitrags auf - gerade im internationalen Vergleich - mangelnde technische Ausstattung an Schulen in Deutschland. Dies betrifft sowohl die IT-Ausstattung allgemein als auch die Verfügbarkeit mobiler Geräte. Im Hinblick auf digitale Kompetenzen wird zudem darauf aufmerksam gemacht, dass in Deutschland ebenfalls Fortbildungen zu Themen rund um die Digitalisierung für Lehrkräfte verhältnismäßig wenig in Anspruch genommen werden. Auch die schulische Nutzung von Computern und dem Internet erscheint bislang wenig verbreitet, obwohl Kinder heute mit digitalen Medien in ihrem Alltag aufwachsen. Seit den 1990er Jahren nimmt jedoch auch in Deutschland die Diskussion um die Bedeutung digitaler Medien für die Schule zu, sowohl in Fachkreisen als auch der Öffentlichkeit.

Herausforderungen der Erfassung von Kompetenz

keine Angabe

Quellenangabe

Schmeinck, D. (2022). Digitalisierung im Sachunterricht der Grundschule. Bildungspolitischer Rahmen und notwendige digitalbezogene Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern. In M. Haider & D. Schmeinck (Hrsg.), Digitalisierung in der Grundschule. Grundlagen, Gelingensbedingungen und didaktische Konzeptionen am Beispiel des Fachs Sachunterricht (S. 27-40). Verlag Julius Klinkhardt. https://www.doi.org/10.25656/01:24309

Zuletzt geändert am 16. Juli 2024.