Entwicklung und erste Validierung eines Tests zur Erfassung technologischer und informationsbezogener Literacy (TILT) für Jugendliche am Ende der Sekundarstufe I

Kurzbeschreibung

Die Zielsetzung der Studie ist es, einen sowohl reliablen als auch validen Test zu entwickeln, mit dem Information and Communication Technology (ICT) Literacy erfasst werden kann. Insgesamt deuten die Studien darauf hin, dass der entwickelte Test zufriedenstellend ist, um ICT Literacy zu messen.

Annahmen über die Folgen der Digitalisierung

Der kompetente Umgang mit den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien ist in der heutigen Gesellschaft unerlässlich. Denn nur so können Menschen ihre Aufgaben im Beruf oder im Alltag bewältigen.

Kompetenzanforderungen

Personen sollen in der Lage sein, Informationen mit Hilfe von digitalen Medien zu ermitteln und diese Informationen auch kritisch zu betrachten, bevor die Nutzung neuer Medien erfolgt. Digitale Medien werden dabei als ein Werkzeug betrachtet, das in speziellen Situationen für bestimmte Aufgaben und/oder Zielsetzungen eingesetzt werden kann.

Kompetenzdimensionen

Instrumentell-qualifikatorische Dimension: Fähigkeit, Informationen effizient zu ermitteln (z.B. adäquate Suchbegriffe eingeben), Informationen miteinander nach spezifischen Kriterien zu vergleichen (z.B. Datensätze sortieren) oder Informationen mit Hilfe von Programmanwendungen zu organisieren (z.B. ermittelte Informationen in einer Tabelle auflisten).

Kognitive Dimension: Grundkenntnisse über das Betriebssystem und relevante Programmanwendungen (z.B. Textverarbeitung) sowie Kenntnisse grundlegender Operationen, um auf Informationen zugreifen zu können (z.B. ein Dokument öffnen und speichern).

Kreative Dimension: Dokumente und Dateien bearbeiten oder erstellen.

Soziale Dimension: Fähigkeit, Informationen angemessen und verständlich zu kommunizieren (z.B. E-Mails schreiben, informative und verständliche Grafiken erstellen).

Kritisch-reflexive Dimension: Reflexion und kritische Analyse von Medien und Medienutzung, z.B. Glaubwürdigkeit von Medieninhalten einschätzen; Selbstregulation/Selbstkontrolle, das heißt die Länge der Mediennutzung reflektieren und anpassen.

Zentrale theoretische Annahmen über Kompetenz

ICT Literacy wird als eine konzeptspezifische Leistungsdisposition definiert. ICT beinhaltet Wissensbestände, Fertigkeiten und Routinen, die zu einer erfolgreichen Bewältigung von informationsbezogenen Aufgaben ermöglichen. Zur Erfassung von computerbezogenen Kompetenzen, haben die Forschenden einen sog. "Papier-und-Bleistift-Test" konzipiert. Sie argumentieren, dass mit solchen Tests komplexere Anforderungen in ihren Einzelteilen zerlegt und unabhängig voneinander erfasst werden können.

Perspektive der Kompetenzträger*innen auf Kompetenz einbezogen?

keine Angabe

Lebenskontexte der Kompetenzträger*innen einbezogen?

keine Angabe

Herausforderungen der Erfassung von Kompetenz

Die Forschenden argumentieren, dass bislang kaum Testinstrumente in Form von computergestützen Performanztests existieren und die, die existieren, erfassen entweder technologische Kompetenzen oder ausschließlich Internetanwendungen. Um TILT bei Jugendlichen zu erfassen, haben sich die Forschenden entschieden, einen Papier-Bleistift-Test zu konzipieren. Allerdings wird diskutiert, dass komplexere Anforderungen in diesem Format nicht optimal operationalisiert werden können. Zudem ist es nicht möglich, mit dieser Art von Performanztests die Performanz selbst zu erfassen. Aus diesem Grund soll in einer weiteren Studie untersucht werden, ob ein Papier-Bleistift-Test "computerbezogene Kompetenzen mit ähnlicher Genauigkeit und Gültigkeit erfasst wie ein performanzbasierter Test am Computer" (S 689).

Quellenangabe

Senkbeil, M., Ihme, J. M., & Wittwer, J. (2013). Entwicklung und erste Validierung eines Tests zur Erfassung technologischer und informationsbezogener Literacy (TILT) für Jugendliche am Ende der Sekundarstufe I. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 16(4), 671 – 691.

Zuletzt geändert am 23. Dezember 2021.