DIGITAL SKILLS FOR YOU(TH) – Skills gap and training needs analysis study

Kurzbeschreibung

Bei der Studie handelt sich um eine transnationale Analyse der aktuellen Bedürfnisse von Sozialarbeiter*innen in Bezug auf ihre digitalen Fähigkeiten und die Anforderungen an zielgruppenorientierte Schulungen in diesem Bereich. Ziel der Studie ist es, aktuelle Lernkonzepte und Schulungsangebote für Sozialarbeiter*innen zu entwickeln, die ihnen dabei helfen, digitale Medien kompetent in der Arbeit mit gefährdeten Jugendlichen nutzen zu können. Dafür werden die digitalen Kompetenzen der Fachkräfte durch Selbsteinschätzung und die Einschätzung durch Expert*innen erhoben, sowie die Mediennutzung und die „digital literacy“ der Jugendlichen durch Fachkräfte und Expert*innen – wobei dies in der Studie eine untergeordnete Rolle spielt. Neben der Einschätzung der Kompetenzen werden Fachkräfte und Expert*innen auch zu ihrer persönlichen Sicht auf digitale Kompetenzen und zu bestehenden und notwendigen Schulungs- bzw. Weiterbildungsangeboten im entsprechenden Bereich befragt.

Annahmen über die Folgen der Digitalisierung

Aufgrund immer neuer Technologien und Social Media Anwendungen entwickelt sich die digitale Welt kontinuierlich weiter. Somit unterliegt auch das Online-Verhalten von jungen Nutzer*innen einer ständigen Entwicklung. Vor diesem Hintergrund begründen die Forschenden die Notwendigkeit einer aktuellen Studie, die die derzeitigen Bedürfnisse der Fachkräfte und die Anforderungen an angemessene Lernkonzepte und Trainingsprogramme für die Nutzung digitaler Medien erfasst.

Kompetenzanforderungen

Die Kompetenzanforderungen orientieren sich an den fünf Unterdimensionen des Digital Competence Frameworks for Citizens. Zur Dimension der "Information und Datenkompetenz" gehört das Artikulieren von Informationsbedarf, das Finden und Abrufen von digitalen Daten, Informationen und Inhalten, die Bewertung von Quellen und deren Inhalten und das Speichern, Managen und Organisieren von digitalen Daten, Informationen und Inhalten. Die Dimension der "Kommunikation und Kollaboration" umfasst das Interagieren, Kommunizieren und Kollaborieren mittels digitaler Technologien unter Einbezug kultureller und generationsbedingter Unterschiede, die Partizipation an der Gesellschaft mittels privater und öffentlicher Medien und das Managen der eigenen digitalen Identität und Reputation. Zu der Dimension "Gestaltung und Editieren von digitalen Inhalten" gehört das ständige Anpassen und Integrieren von Informationen an und in den vorhandenen Wissensbestand unter Berücksichtigung des Verständnisses von Urheberrecht und Lizenzen und das Wissen über korrekte Befehle für ein Computersystem. Der Bereich der "Sicherheit" umfasst das Schützen von Geräten, Inhalten, persönlichen Daten und der Privatsphäre im digitalen Umfeld, das Schützen der psychischen und physischen Gesundheit, das Bewusstsein über dein Einfluss digitaler Technologien auf das soziale Wohlbefinden und soziale Inklusion und das Bewusstsein über die Umweltauswirkungen durch die digitalen Technologien und die Nutzung dieser. Die fünfte Dimension "Problemlösung" impliziert das Erkennen von Bedürfnissen und Problemen und das Bewältigen konzeptueller Probleme und Problemsituationen in digitalen Welten. Außerdem umfasst es die Nutzung digitaler Tools, um Prozesse und Produkte voranzubringen und die Anforderung, mit der digitalen Entwicklung mitzugehen.

Zentrale theoretische Annahmen über Kompetenz

Ausgehend vom "Digital Competence Framework for Citizens" wird davon ausgegangen, dass digitale Kompetenzen in fünf Schlüsselbereiche aufgeteilt werden können, die spezifische Fähigkeiten erfordern.

Perspektive der Kompetenzträger*innen auf Kompetenz einbezogen?

Die Fachkräfte werden befragt, wie hoch sie den Stellenwert von digitalen Kompetenzen in ihrer Arbeit einschätzen. Zusätzlich werden sie zur Vermittlung digitaler Fähigkeiten in ihrer eigenen Ausbildung befragt und inwieweit eine zusätzliche Ausbildung/Weiterbildung in dem Bereich nötig sei. Die Mehrheit der Befragten schätzt digitale Fähigkeiten in dem Arbeitsbereich als sehr wichtig ein. Viele Fachkräfte wünschen sich Aus- bzw. Weiterbildungsprogramme, mit deren Hilfe sie ihre Fähigkeiten in dem Bereich weiter ausbauen können. Es gibt einen deutlichen Bedarf nach vermehrter medialer und digitaler Bildung.

Lebenskontexte der Kompetenzträger*innen einbezogen?

Demografische Daten der teilnehmenden Fachkräfte werden dargestellt, jedoch bis auf die Unterscheidung der zugehörigen Nationalität nicht in den Ergebnissen berücksichtigt.

Herausforderungen der Erfassung von Kompetenz

keine Angabe

Zentrale empirische Befunde über Kompetenz

Im Bereich der "Information and Data Literacy" und der "Communication und Collaboration" ordnen sich die meisten Teilnehmenden transnational im mittleren Bereich als Independent User ein. In den Dimensionen "Digital Content Creation, Safety und Problem solving" zeichnet sich ein anderes Bild ab. Die meisten Teilnehmenden ordnen sich dort als Basic User ein. Im nationalen Vergleich fällt auf, dass die Spanier*innen sich in allen Kategorien als kompetenter einstufen, verglichen mit den deutschen und tschechischen Teilnehmenden. Insgesamt stieg der Anteil der Teilnehmenden an, die keine Antwort gaben, mit den in den Kategorien zunehmenden Anforderungen an ihre Fähigkeiten. Bei der externen Beschreibung der Kompetenzen von Sozialarbeiter*innen durch Expert*innen fällt auf, dass der Fokus auf anderen Kompetenzen liegt. Dieser Fokus unterscheidet sich je nach Nation. Deutsche Expert*innen berücksichtigen anders als tschechische und spanische Expert*innen vor allem die pädagogische Perspektive auf Kompetenzen. Es ist jedoch für alle Expert*innen gleich bedeutend, dass die Fachkräfte die Begeisterung der jungen Menschen für die Nutzung digitaler Medien nachvollziehen können und ihre besonderen Fähigkeiten anerkennen.

Quellenangabe

Consortium of the project Digital Skills for You(th) (2018). DIGITAL SKILLS FOR YOU(TH) - Skills gap and training needs analysis study.

Sonstige Anmerkungen

Die starken Differenzen in den Bewertungen der eigenen digitalen Kompetenzen zwischen Spanien und den Teilnehmenden in Deutschland und Tschechien sind laut den Autoren darauf zurückzuführen, dass ein Großteil der Teilnehmenden in Spanien zur Gruppe der ICT Facilitators gehört. Somit war eine höhere Selbsteinschätzung der spanischen Teilnehmenden zu erwarten.

Zuletzt geändert am 1. März 2019.