EDITORIAL

Diversität

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Diversität

Diversität ist in aller Munde und dennoch schmeckt sie nicht allen. Dabei sind die einzelnen Zutaten so vielfältig: Alter, Geschlecht, soziale und ethnische Herkunft sowie körperliche und geistige Fähigkeiten, um nur einige Beispiele zu nennen. Diversität ist überall und sie betrifft uns alle!

Aus diesem Grund widmen wir uns in der aktuellen Ausgabe unseres Magazins kompetent der Diversität. Wir haben ein Menü zusammengestellt, eine Komposition aus Neuem und vielleicht bereits Bekanntem, neu interpretiert. Damit wollen wir zeigen: Diversität ist keine schwere Kost. Sie ist vielmehr ein aufregendes Geschmackserlebnis. Und wir wollen zum Denken anregen: Wie kann es angesichts des digitalen Wandels gelingen, allen Menschen ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, gerade unter Berücksichtigung individuell sehr unterschiedlicher Voraussetzungen und Bedürfnisse?

Als „Gruß aus der Küche“ kommen unsere „Begriffe2Go“, gern in Kombination mit den „Fünf Fragen aus dem Netz“. Darin erklären wir, was Diversität eigentlich ist, wozu es Diversity-Kompetenz braucht und warum der Gender Data Gap dafür verantwortlich ist, dass Frauen beim Toilettengang häufiger Schlange stehen müssen als Männer. Außerdem beantworten wir bspw. die Fragen, wie Diversität gemessen werden kann und wann eine Website barrierefrei ist.

Dies alles bildet eine gute Grundlage für den „ersten Gang“. In ihrem Artikel „Welche Kompetenz für wen?“ hinterfragen Dr. Katja Berg und Laura Cousseran die normativen Setzungen gängiger Medienkompetenzmodelle. Dabei beleuchten sie, wie diese Modelle Anforderungen des digitalen Wandels mit Blick auf soziale Gerechtigkeit einordnen könnten. Dr. Çiğdem Bozdağ weist in ihrem Beitrag „Kompetenzen für digitale Teilhabe in einer diversen Gesellschaft “ darauf hin, dass die Entwicklung digitaler Kompetenzen v. a. in Bildungskontexten keine individuelle Aufgabe ist, sondern eine gesamtgesellschaftliche Anforderung darstellt, gerade auch um soziale Ungleichheiten abzubauen. Darf’s ein bisschen mehr sein? Dann stellen Sie sich doch einmal die Frage, welcher KI-Typ Sie sind. Als Anregung kann Ihnen die von Achim Lauber und Kristina Schmidt aufbereitete Typisierung im gleichnamigen Artikel dienen. Darin geben die Autor*innen Einblicke in die Ergebnisse des „Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz“, der Repräsentativbefragung zu Wissen, Kompetenz und Umgang mit KI im Rahmen des Projekts Digitales Deutschland.

Als „Zwischengang“ empfehlen wir eine Auseinandersetzung mit struktureller Benachteiligung: In „Altersdiskriminierung durch digitale und KI-basierte Technologien?“ geht Dr. Cornelia Bogen der Frage nach, wie divers digitale Medien und KI-Systeme eigentlich hinsichtlich Barrierearmut, Vielfalt und Inklusion im höheren Lebensalter sind. Als Begleitung eignet sich der Text „Wie gerecht ist Künstliche Intelligenz?“ von Dr. Laura Sūna. Darin stellt sie die Fairness von KI in der Beurteilung von Nutzer*innen auf der Basis von Online-Kommentaren dar. Es zeigt sich, dass Medienkompetenz stets auch eine ethische Beurteilung der Funktionslogik von digitalen Medien und Systemen umfasst, wobei Vertrauen und Emotionen eine bedeutende Rolle spielen.

Dies bildet eine gute Überleitung zum „dritten Gang“, der unter dem Motto „Teilhabe“ serviert wird. Dr. Marco Wedel berichtet in seinem Artikel „Bessere KI dank Diversität“ von den Herausforderungen, KI inklusiv und menschenzentriert zu gestalten und wie ihre Bewältigung unsere Arbeitswelt zu einem besseren Ort machen kann. Eine Basiskomponente auch hier: Vertrauen. Vertrauen, das durch die aktive Beteiligung aller an der Entwicklung von KI-Systemen entsteht.
Eine Prise Aktivismus beinhaltet auch der Beitrag „Digitale Diversitätsnarrative entzaubern. Strukturelle Ungleichheit bekämpfen“ von Dr. Laura Schelenz. Darin widerlegt sie gängige Diversitätsnarrative und bietet Lösungsansätze aus feministischer Perspektive.

Als erfrischendes „Dessert“ empfehlen wir die Reportage „Es rappelt in der KIste“. Darin gibt der Journalist Martin Hogger einen Eindruck davon, wie KI bereits heute Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen im (Arbeits-)Alltag unterstützen kann – und welche Potenziale noch ungenutzt sind.

Beschließen Sie Ihr Menü mit einem „Digestif“: In der Rubrik „Lieber Mensch“ erinnert die Diversität in einem Brief an uns Menschen daran, dass mehr Liebe und Akzeptanz – wie so oft – vieles einfacher machen würden.

Wir hoffen, es ist für jeden Geschmack etwas dabei! In jedem Fall freuen wir uns über Feedback, Anregungen oder Fragen. Und schon jetzt möchten wir auf unsere nächste Ausgabe hinweisen, die im Herbst 2023 erscheinen wird. Dann – so viel sei verraten – mit besonderen Leckerbissen aus dem Projekt „Digitales Deutschland | Monitoring zur Digitalkompetenz der Bevölkerung“.

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