KI-Kompetenzen in deutschen Unternehmen – Schlüssel zu einer Jahrhundertchance für Deutschland

Kurzbeschreibung

Wie steht es um KI-Kompetenzen in deutschen Unternehmen? Dieser Frage geht die vorliegende Studie auf Basis einer Befragung von 1.000 Führungskräften in Deutschland nach. Diese wurden gebeten, die KI-Kompetenzen ihrer Arbeitnehmer*innen einzuschätzen. Daraus sowie aus Expert*innen-Interviews ergibt sich eine Typologie bezüglich des Umgangs mit Künstlicher Intelligenz in Unternehmen. Die Studie zeigt Förderbedarfe in Bezug auf KI-Kompetenzen auf und plädiert für eine stärkere Fokussierung auf Fortbildungen, damit die Unternehmen die Chancen Künstlicher Intelligenz für sich positiv nutzen können. Abschließend werden Good Practice Beispiele für die Förderung von KI-Kompetenzen in Unternehmen beschrieben, z. B. der Aufbau von KI-Communitys, die Kombination von synchronen und asynchronen Lernformaten oder Kooperationen mit Hochschulen.

Annahmen über die Folgen der Digitalisierung

Künstliche Intelligenz wird als wichtig angesehen, um die Produktivität von Unternehmen auf einem wettbewerbsfähigen Niveau zu halten. Zudem bietet sie Unternehmen große Chancen, wie zum Beispiel eine Steigerung der Effizienz. Diese Potenziale werden bisher jedoch nicht vollständig ausgeschöpft. Damit Unternehmen die Chancen, die sich ihnen durch Künstliche Intelligenz bieten, voll nutzen können, benötigen Arbeitnehmer*innen sowohl praktische KI-Kompetenzen als auch Grundwissen zu diesem Thema. In Einklang damit legt die KI-Verordnung der Europäischen Union fest, dass Unternehmen die Verantwortung haben, ihre Mitarbeiter*innen in KI-Kompetenzen zu schulen. Dies stellt jedoch für einige Unternehmen eine Herausforderung dar.

Kompetenzanforderungen

Menschen müssen Künstliche Intelligenz souverän dort einsetzen können, wo diese Technologie einen Mehrwert hat. Sie sind also einerseits gefordert, sie produktiv zu nutzen, andererseits aber auch, zu entscheiden, wo ein bewusster Verzicht auf deren Nutzung die sinnvollere Alternative ist – etwa, weil Aufwand und Ertrag in keinem angemessenen Verhältnis zueinanderstehen.

Kompetenzbegriffe (nach dem Papier)

KI-Kompetenzen

Unterdimensionen (nach dem Papier)

KI-Grundwissen,
praktische generative KI-Kompetenzen,
praktische analytische KI-Kompetenzen,
kritische & ethische Einordnung von KI

Kompetenzdimensionen (nach dem Rahmenkonzept von Digitales Deutschland)

Instrumentell-qualifikatorische Dimension: Künstliche Intelligenz gezielt einsetzen können, um wiederholbare und regelbasierte Aufgaben zu automatisieren; spezifische Anweisungen an ein generatives KI-Modell verfassen können, um eine gewünschte Ausgabe zu erzeugen.

Kognitive Dimension: Wissen über die grundlegenden Konzepte und Prinzipien Künstlicher Intelligenz.

Kreative Dimension: Gezielt generative KI für die Produktion von Inhalten wie Texten, Bildern, Videos und Audiodateien einsetzen können; eigenständig KI-Modelle für spezifische Aufgaben entwickeln, schulen und optimieren können.

Kritisch-reflexive Dimension: Künstliche Intelligenz gezielt einsetzen können, um wiederholbare und regelbasierte Aufgaben zu automatisieren; generierte Outputs branchenspezifisch bzw. fachlich bewerten und evaluieren können; die Möglichkeiten, Grenzen und Risiken von KI-Systemen im jeweiligen Anwendungskontext kritisch bewerten, analysieren und einordnen inklusive einer ethischen Bewertung; verantwortungsbewusst mit Daten arbeiten sowie sie zielgerichtet zur Erkennung und Vermeidung von Risiken verwenden können; mögliche KI-Anwendungsfälle identifizieren können sowie die richtigen Modelle und Tools für diese Anwendungsfälle auswählen können; Entscheidungen auf Grundlage von Datenanalysen treffen können, um Objektivität und Vorhersagegenauigkeit zu verbessern.

Zentrale theoretische Annahmen über Kompetenz

KI-Kompetenz wird in der Studie an folgenden Aspekten festgemacht: KI-Grundwissen, welches sowohl allgemeines als auch branchenspezifisches KI-Wissen umfasst, die praktische Anwendung von Künstlicher Intelligenz – damit sind sowohl praktische generative KI-Kompetenzen wie Prompting oder die Contenterstellung gemeint als auch analytische KI-Kompetenzen – sowie eine kritische und ethische Bewertung von Künstlicher Intelligenz.

Perspektive der Kompetenzträger*innen auf Kompetenz einbezogen?

keine Angabe

Lebenskontexte der Kompetenzträger*innen einbezogen?

Die Studie erfasst KI-Kompetenzen, die im beruflichen Umfeld notwendig sind. Dazu wurden Führungskräfte in Unternehmen unterschiedlicher Größe befragt. Sie weisen auf mehrere Hürden hin, die der Kompetenzentwicklung in Unternehmen im Wege stehen, so etwa eine fehlende Strategie zum Aufbau von KI-Kompetenzen, mangelnde Investitionen in Bildungsangebote sowie geringes Interesse von Mitarbeiter*innen. Letzteres kann durch vielfältige Gründe bedingt sein, wie z. B. Angst vor Veränderungen, fehlende Vorbilder oder eine zu geringe Transparenz.

Herausforderungen der Erfassung von Kompetenz

keine Angabe

Zentrale empirische Befunde über Kompetenz

Die Befragten schreiben neben der praktischen Anwendung auch analytischen Fähigkeiten im Umgang mit Künstlicher Intelligenz eine große Bedeutung zu. Mit 79 Prozent gibt allerdings zugleich ein Großteil der befragten Führungskräfte an, dass es dem eigenen Personal an grundlegenden KI-Kompetenzen mangelt. Zudem konstatieren mehr als ein Drittel der Befragten mangelnde KI-Anwendungskompetenzen im Kontext der Automatisierung von Arbeitsprozessen in ihren Unternehmen. Zugleich gibt etwa die Hälfte der Führungskräfte an, ihr Unternehmen investiere zu wenig in den Aufbau von Kompetenzen. Als wesentliche Gründe für die allgemein gering ausgeprägten KI-Kompetenzen der Arbeitnehmer*innen nennen die Führungskräfte fehlende Lernangebote, Sicherheits- und Datenschutzbedenken, ethische Aspekte, ein zu geringes Budget sowie mangelnde strategische Planung. Aus den Ergebnissen der qualitativen Befragung wurden vier Archetypen des Umgangs mit Künstlicher Intelligenz in Unternehmen herausgearbeitet: Die Taktgebenden, die Zielorientierten, die Vorsichtigen und die Aufstrebenden. Die Autor*innen argumentieren, dass das Niveau der KI-Kompetenzen der Mitarbeiter*innen mit der Ausrichtung des Unternehmens bezüglich Künstlicher Intelligenz einhergeht. Die Umfrage macht außerdem darauf aufmerksam, dass es klarer rechtlicher Rahmenbedingungen für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bedarf.

Quellenangabe

Rampelt, F., Klier, J., Kirchherr, J., & Ruppert, R. (2025). KI-Kompetenzen in deutschen Unternehmen. Schlüssel zu einer Jahrhundertchance für Deutschland. Stifterverband. https://doi.org/10.5281/zenodo.14637137

Sonstige Anmerkungen

Im Beitrag werden Best Practice Beispiele und Anregungen für die Förderung von KI-Kompetenzen in Unternehmen aufgeführt.

Zuletzt geändert am 23. Dezember 2025.