Empowering adult migrants through digital technology: language learning, identity, and career pathways

Kurzbeschreibung

Im Zentrum des vorliegenden Beitrags steht die Frage, welche Konsequenzen mit dem Einsatz digitaler Technologien in der Erwachsenenbildung für Migrant*innen verbunden sein können. Einerseits bieten mediengestützte Lernsettings die Chance, Lernende stärker zu empowern. Andererseits birgt ihr Einsatz das Risiko bestehende soziale Ungleichheiten zu verschärfen. Die Autorinnen legen anhand zweier Evaluationsstudien aus Deutschland und den USA dar, unter welchen Bedingungen der Einsatz digitaler Technologien Lernende in Integrationskursen unterstützt. Dabei argumentieren sie aus einer intersektionalen Perspektive, betrachten also verschiedene individuelle Merkmale wie Migrationshintergrund, Geschlecht, Bildungshintergrund sowie digitale Fähigkeiten miteinander verschränkt und diskutieren, inwiefern diese die Partizipation in mediengestützten Lernsettings und den Erfolg dieser bezüglich Empowerment und Befähigung der Erwachsenenbildung beeinflussen.

Annahmen über die Folgen der Digitalisierung

Die Digitalisierung kann positive Effekte auf Chancengleichheit und Teilhabe haben, diese verwirklichen sich jedoch nicht automatisch. Ein Beispiel dafür sind die drei Level des Digital Divide (Zugang zur Nutzung, Nutzungseffizienz und Nutzungseffekte). Besonders viele Migrant*innen und Geflüchtete profitieren von der Digitalisierung insgesamt weniger und sind deswegen negativ von Digital Divides betroffen. Mediale Grundbildung bei Erwachsenen kann helfen, diese Lücke zu bearbeiten. Sie muss jedoch so gestaltet sein, dass sie der Heterogenität der Zielgruppe gerecht wird.

Kompetenzanforderungen

Im Beitrag werden Kompetenzanforderungen thematisiert, welche sich im Rahmen der untersuchten Integrationskurse ergeben haben. Diese betreffen vor allem Wissen und technische Bedienfähigkeiten.

Kompetenzbegriffe (nach dem Papier)

Digital Literacy

Unterdimensionen (nach dem Papier)

keine Angabe

Kompetenzdimensionen (nach dem Rahmenkonzept von Digitales Deutschland)

Instrumentell-qualifikatorische Dimension: förmliche E-Mails versenden (z. B. an eine*n Bürgermeister*in).

Kognitive Dimension: Im Internet recherchieren; Wissen über grundlegende Funktionsweisen Künstlicher Intelligenz und potenzielle Biases.

Kritisch-reflexive Dimension: Prompts nutzen, um sich eine Sprache anzueignen.

Zentrale theoretische Annahmen über Kompetenz

keine Angabe

Perspektive der Kompetenzträger*innen auf Kompetenz einbezogen?

keine Angabe

Lebenskontexte der Kompetenzträger*innen einbezogen?

Die Autorinnen betonen, dass neben einem Zugang zu digitalen Technologien und einer grundlegenden Motivation vor allem Erfahrungen und institutionelle Unterstützung maßgeblich sind, damit Menschen Digital Literacy erwerben. In die beiden behandelten Fallbeispiele aus Deutschland und den USA wurden bewusst Menschen mit sehr unterschiedlichen persönlichen Hintergründen einbezogen – sowohl hinsichtlich ihres Migrations- als auch ihres Bildungshintergrundes, ihrer Sprachkenntnisse, ihres Alters, Geschlechtes und ihrer sozioökonomischen Situation. Zudem veranschaulichen die gewählten Fallbeispiele exemplarisch verschiedene Migrationspolitiken sowie Bildungssysteme mit unterschiedlichen institutionellen Rahmenbedingungen in der Erwachsenenbildung.

Herausforderungen der Erfassung von Kompetenz

keine Angabe

Zentrale empirische Befunde über Kompetenz

Nicht allen Teilnehmenden fiel der Umgang mit digitalen Technologien in den Kursen leicht. Jüngere sowie höher gebildete Teilnehmende verfügten tendenziell über bessere digitale Fähigkeiten. Sie waren auch eher mit der Navigation in VR-Umgebungen vertraut. Demgegenüber benötigten andere mehr Hilfe. Allerdings kommen die Autorinnen zu dem Schluss, dass die aktive Arbeit mit digitalen Technologien zu gesellschaftlichen und historischen Themen sowohl den Erwerb der Sprache als auch digitaler Fähigkeiten fördern kann – und damit auch gesellschaftliche Partizipation von Migrant*innen – allerdings nur, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind.

Quellenangabe

Langer, S., & Durgunoğlu, A. Y. (2026). Empowering adult migrants through digital technology: language learning, identity, and career pathways, Zeitschrift für Weiterbildungsforschung. https://doi.org/10.1007/s40955-026-00339-2

Sonstige Anmerkungen

Um digitale Technologien zum Vorteil der Lernenden einzusetzen, müssen verschiedene Bedingungen erfüllt sein. So müssen etwa Technologien wie VR-Anwendungen für die Zielgruppe (in diesem Fall beispielsweise Menschen mit Deutsch als Zweitsprache) ausgelegt sein. Wird die Heterogenität der Lernenden ignoriert oder haben nicht alle einen ausreichenden Zugang zu digitalen Anwendungen, kann der Einsatz digitaler Tools eher zu Exklusion als zur Schaffung von mehr Partizipation führen. Zu Empowerment kommt es vor allem, wenn digitale Anwendungen an die Bedürfnisse der Lernenden angepasst sind, eingebettet in unterstützende Strukturen und begleitet durch ein institutionelles Engagement für Gerechtigkeit.

Zuletzt geändert am 17. Juni 2026.