Ergebnisbericht zum bidt-Digitalbarometer 2025
Kurzbeschreibung
Der Bericht stellt Erkenntnisse aus einer repräsentativen Umfrage zum Nutzungsverhalten, zu Einstellungen zur digitalen Transformation, digitalen und KI-Kompetenzen vor. Ein Schwerpunkt der Studie liegt auf der digitalen Transformation der Arbeitswelt. So werden zum einen Einstellungen von Erwerbstätigen zum digitalen Wandel der Wirtschaft und verschiedene Aspekte der Nutzung generativer Künstlicher Intelligenz im Beruf betrachtet. Zum anderen werden die digitalen Kompetenzen von Erwerbstätigen betrachtet sowie Weiterbildungsmöglichkeiten rund um das Themenfeld der Digitalisierung.
Annahmen über die Folgen der Digitalisierung
Die digitale Transformation ist eine zentrale Herausforderung unserer Zeit und gewinnt durch schnelle Entwicklungen im Bereich generativer Künstlicher Intelligenz noch an Dynamik. Sie durchdringt den Alltag der Menschen und stellt entsprechend unter anderem die Wirtschaft, die öffentliche Verwaltung und das Bildungssystem vor neue Herausforderungen. Mit ihr sind einerseits weitreichende Chancen verbunden, etwa Effizienzsteigerungen von Prozessen oder die Entstehung neuer Geschäftsmodelle. Andererseits bringt der technologische Wandel auch neue Risiken und Unsicherheiten mit sich. So besteht beispielsweise die Herausforderung, im Zuge des digitalen Wandels niemanden von der Teilhabe an der digitalen Gesellschaft auszuschließen. Denn für die Teilhabe am digitalen Leben sind sowohl der Zugang zu digitalen Technologien als auch deren Nutzung grundlegende Voraussetzungen. Menschen müssen in diesem Kontext entsprechende Kompetenzen entwickeln. Insbesondere in der Arbeitswelt ändern sich die Anforderungen im Zuge des digitalen Wandels. Daher müssen Arbeitnehmer*innen in ihren Kompetenzen gestärkt werden. Solchen Herausforderungen gilt es auf gesamtgesellschaftlicher Ebene zu begegnen.
Kompetenzanforderungen
Eine ausführliche Liste der in der Studie vorgestellten Kompetenzanforderungen findet sich unter der Überschrift „Kompetenzdimensionen“.
Kompetenzbegriffe (nach dem Papier)
Digitale Kompetenzen | KI-Kompetenzen
Unterdimensionen (nach dem Papier)
Umgang mit Informationen und Daten,
Kommunikation und Zusammenarbeit,
Erzeugen von digitalen Inhalten,
Sicherheit,
Probleme lösen
Kompetenzdimensionen (nach dem Rahmenkonzept von Digitales Deutschland)
Instrumentell-qualifikatorische Dimension: Inhalte organisieren und verwalten; mithilfe digitaler Technologien Daten und Informationen austauschen; generative KI einsetzen, um verschiedene Arten von Outputs zu generieren; digitale Inhalte mithilfe generativer KI bearbeiten oder anpassen.
Kognitive Dimension: Inhalte recherchieren, suchen und filtern; Geräte schützen; personenbezogene Daten und Privatsphäre schützen; technische Probleme lösen; Wissen, dass KI-Systeme sich auf Daten in verschiedenen Formaten und aus verschiedenen Quellen stützen können; Prompts so formulieren, dass das Ergebnis den eigenen Vorstellungen entspricht.
Kreative Dimension: Digitale Inhalte entwickeln; digitale Inhalte integrieren und neu ausarbeiten; digitale Inhalte mithilfe generativer KI bearbeiten oder anpassen; programmieren, digitale Technologien kreativ verwenden; Prompts so formulieren, dass das Ergebnis den eigenen Vorstellungen entspricht.
Soziale Dimension: Mithilfe digitaler Technologien interagieren und zusammenarbeiten; mithilfe digitaler Technologien an der Gesellschaft teilhaben; angemessenes und respektvolles Onlinekommunikationsverhalten.
Kritisch-reflexive Dimension: Inhalte bewerten und interpretieren; die digitale Identität verwalten; Copyright und Lizenzen beachten; personenbezogene Daten und Privatsphäre schützen; Gesundheit und Wohlergehen schützen; Umwelt schützen; technische Probleme lösen; Bedürfnisse identifizieren und technologische Lösungen dafür finden; digitale Kompetenzlücken identifizieren; im Vorfeld die Vertrauenswürdigkeit von KI-Systemen abschätzen; Bewusstsein über Deep Fakes; Vor- und Nachteile von Künstlicher Intelligenz kennen; beeinflussen, welche Daten eine Künstliche Intelligenz sammelt (z. B. durch Benutzereinstellungen); erkennen, in welchen Situationen der Einsatz Künstlicher Intelligenz angemessen ist; Haltung, dass es wichtig ist, sich über Entwicklungen im Bereich KI zu informieren.
Zentrale theoretische Annahmen über Kompetenz
Digitale Kompetenzen bilden eine Schlüsselqualifikation, da sie Menschen die Teilhabe an der digitalen Gesellschaft ermöglichen. Angelehnt an Arbeiten von Anusca Ferrari und JISC umfassen sie sowohl funktionalen Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Medien als auch Fähigkeiten, um mit digitalen Medien Aufgaben zu erledigen, Probleme zu lösen, Informationen zu organisieren, mit anderen zu kollaborieren, digitale Inhalte zu erstellen und zu teilen sowie angemessen, effektiv, effizient, kritisch, autonom, flexibel und ethisch reflektiert Wissen für das Handeln in allen Lebensbereichen aufzubauen (S. 22). Für die Erfassung digitaler Kompetenzen wurde in der vorliegenden Studie auf ein bereits bestehendes Erhebungsinstrument (den DigCompSAT) zurückgegriffen, welcher die fünf Kompetenzbereiche „Umgang mit Informationen und Daten“, „Kommunikation und Zusammenarbeit“, „Erzeugen von digitalen Inhalten“, „Sicherheit“ und „Probleme lösen“ umfasst.
Perspektive der Kompetenzträger*innen auf Kompetenz einbezogen?
keine Angabe
Lebenskontexte der Kompetenzträger*innen einbezogen?
Es werden unterschiedliche soziodemografische Aspekte in die Analyse einbezogen und Zusammenhänge beispielsweise zwischen Digitalkompetenz, Alter, formalem Bildungsniveau sowie Erwerbstätigkeit ermittelt. Zudem weisen die Autor*innen auf unterschiedliche Motivationen hin, digitale Medien zu nutzen. So spielt bei älteren Menschen etwa vor allem intrinsische Motivation eine Rolle, zugleich hemmen sie aber auch Sorgen, etwas kaputt zu machen. Auf diese Faktoren gilt es im Bildungsangeboten einzugehen. Des Weiteren macht die Studie auf weitere Gründe aufmerksam, die Menschen davon abhalten, ihre digitalen Kompetenzen weiterzuentwickeln, z. B. fehlende Anlässe, Zeit, Ängste oder auch mangelnde Unterstützung.
Herausforderungen der Erfassung von Kompetenz
Um Überforderung bei den Befragten und damit Abbrüche der Interviews zu vermeiden, wurden die Fragen zu KI-Kompetenzen nur Online-Teilnehmenden gestellt.
Zentrale empirische Befunde über Kompetenz
83 Prozent der Befragten erachten digitale Kompetenzen für ihren privaten Alltag als wichtig. Zugleich beträgt der Indexwert digitaler Kompetenzen der Bevölkerung in Deutschland im Durchschnitt 57 von 100 möglichen Punkten. Die meisten Befragten (55 %) verfügen also über ein mittleres Kompetenzniveau (d.h. zwischen 48 und 80 Punkten). In etwa ähnlich vielen Befragten lässt sich jeweils ein niedriges (13 %), grundlegendes (16 %) oder fortgeschrittenes (16 %) Kompetenzniveau bescheinigen. Dabei schätzen Ältere, Menschen mit niedrigerem formalem Bildungsabschluss und niedrigerem Einkommen ihre Kompetenzen verhaltener ein. Allerdings haben sich gegenüber 2021 gerade die Kompetenzen älterer Menschen (ab 65 Jahren) verbessert. Mit Blick auf die fünf Kompetenzbereiche lässt sich sagen: Die meisten Befragten (64 %) schätzen sich im Umgang mit Informationen und Daten als kompetent ein – beim Erzeugen digitaler Inhalte sind es am wenigsten (48 %). Erwerbstätige verfügen mit durchschnittlich 65 Punkten über höhere digitale Kompetenzen als die Bevölkerung im Allgemeinen. Viele Erwerbstätige schätzen die Bedeutung digitaler Kompetenzen zudem als hoch ein. 2025 haben nahezu alle Befragten bereits von Künstlicher Intelligenz gehört und gegenüber 2021 geben mehr Befragte an, auch über Wissen zu Künstlicher Intelligenz zu verfügen. Dieses Wissen unterscheidet sich allerdings zwischen Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher formaler Bildung. Internetnutzer*innen erreichen durchschnittlich 51 Punkte im Bereich der KI-Kompetenzen. Bei Erwerbstätigen liegt der Durchschnitt etwas höher bei 54 Punkten. Sowohl bei digitalen als auch bei KI-Kompetenzen ergeben sich zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen deutliche Unterschiede – insbesondere entlang des Alters, aber auch in Bezug auf das formale Bildungsniveau sowie das Einkommen.
Quellenangabe
Schlude, A., Harles, D., Stürz, R. A., Mendel, U., & Stumpf, C. (2025). Ergebnisbericht zum bidt-Digitalbarometer 2025. Bidt DE. https://doi.org/10.35067/xypq-kn76
Sonstige Anmerkungen
Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Anstieg in der Nutzung digitaler Geräte und Anwendungen in Deutschland gegenüber 2021. Auch die Nutzung generativer Künstlicher Intelligenz ist heute verbreitet. So haben 44 Prozent der Befragten generative KI bereits verwendet. Zudem weisen die Befragten eine hohe Technikakzeptanz auf. In Künstlicher Intelligenz sehen die meisten sowohl Chancen als auch Risiken.