Geschickt geklickt?!: zum Zusammenhang von Internetnutzungskompetenzen, Internetsucht und Cybermobbing bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Kurzbeschreibung

Die Studie untersucht den Zusammenhang von Internetnutzungskompetenz und dysfunktionaler Internetnutzung wie Internetsucht und Cybermobbing. Aufbauend auf der Vorstellung verschiedener Konzepte von Medien- und Internetkompetenz wird ein eigenes operationalisiertes Modell für Mediennutzungskompetenz entworfen. Der empirische Teil der Studie stellt einen Zusammenhang der einzelnen Dimensionen von Internetnutzungskompetenz und dysfunktionaler Internetnutzung heraus. Auf Basis dieser Ergebnisse werden abschließend Handlungsempfehlungen formuliert.

Annahmen über die Folgen der Digitalisierung

Das Internet ist zum Bestandteil in fast allen Bereichen des Alltags geworden.

Kompetenzanforderungen

Technische Fertigkeiten, um mit Computer- und Internetanwendungen umgehen zu können; Wissen über den nützlichen Umgang mit verschiedenen Anwendungen; Fähigkeit, sich durch die Produktion eigener Inhalte und Beiträge im Internet einzubringen, kreativ zu sein und die geeignete Plattform dafür zu finden; Fähigkeit, das Internet in angemessener Weise als Plattform für die Kommunikation mit anderen Personen zu nutzen; Fähigkeit, Online-Inhalte hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit einschätzen und nützliche Informationen herausfiltern zu können; Bewusstsein über die Konsequenzen des eigenen Verhaltens; Fähigkeit, die eigene Internetnutzung anhand persönlicher Standards zu kontrollieren und zu regulieren.

Zentrale theoretische Annahmen über Kompetenz

Die Autoren und die Autorin betrachten Internetnutzungskompetenz als vierdimensionales Konstrukt, welches verschiedene Fähigkeiten im Bereich der technischen Expertise, der Produktion und Interaktion, der Reflexion und kritischen Analyse sowie der Selbstregulation beinhaltet. Um souverän im Umgang mit dem Internet und dessen Inhalten sein zu können, bedarf es nicht nur technischer Expertise, sondern zusätzlich einem reflektierenden und kritischen Umgang mit der eigenen Internetnutzung. Um diesen Aspekt zu verdeutlichen, entscheiden sich die Autoren und die Autorin für den Begriff der Internetnutzungskompetenz statt dem der Internetkompetenz.

Perspektive der Kompetenzträger*innen auf Kompetenz einbezogen?

keine Angabe

Lebenskontexte der Kompetenzträger*innen einbezogen?

keine Angabe

Herausforderungen der Erfassung von Kompetenz

keine Angabe

Zentrale empirische Befunde über Kompetenz

Es wurde deutlich, dass sich Jungen insgesamt und auch schon im frühen Alter als kompetenter einschätzen als Mädchen. Bestimmte Personenmerkmale, wie Gewissenhaftigkeit, Depressivität und soziale Ängstlichkeit stehen im Zusammenhang mit Internetnutzungskompetenz. Während Gewissenhaftigkeit auf reflektierte Nutzung hindeutet, nutzen Personen mit letzteren Merkmalen das Internet eher unreflektiert. Die einzelnen Dimensionen der Internetnutzungskompetenz spielen eine wichtige Rolle für die Förderung und die Reduzierung von Internetsucht. Selbstregulatorische Fähigkeiten beispielsweise senken das Risiko von Internetnutzungsinkompetenz, während ein hohes Involvement das Risiko stärkt. Ein bedeutsamer Zusammenhang besteht zwischen Cyber-Mobbing und der Internetnutzungskompetenz. Dabei sind nicht die technischen Fähigkeiten zentral. Ein hohes Risiko, mit Mobbing in Kontakt zu kommen, besteht bei hohem Involvement. Personen, die einen kritisch-reflexiven und selbstregulatorischen Umgang mit dem Internet pflegen, haben bis dato weder als Täter noch als Opfer Erfahrung mit Cybermobbing gemacht. Moderiert wird dieser Effekt wie bei der Internetsucht auch hier von kognitionspsychologischen Variablen.

Quellenangabe

Brand, M., Stodt, B. & Wegmann, E. (2015). GESCHICKT GEKLICKT?! Zum Zusammenhang von Internetnutzungskompetenzen, Internetsucht und Cybermobbing bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In: Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) (Hrsg.), LfM-Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen, 78. Leipzig: VISTAS.

Zuletzt geändert am 1. März 2019.