D21 Digital Index 2020/2021. Jährliches Lagebild zur Digitalen Gesellschaft

Kurzbeschreibung

Der Digital-Index (hier 2020/2021) ist eine jährlich herausgegebene empirische Studie, die untersucht, wie die Gesellschaft mit durch die Digitalisierung eingehenden Veränderungen umgeht. Der Digital-Index vereint die Dimensionen Zugang, Nutzungsverhalten, Kompetenz und Offenheit in einer Kennzahl. Für die Studie wird eine repräsentative Stichprobe der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren befragt. Dabei werden die Anforderungen jährlich an die fortschreitende Digitalisierung angepasst. Für das Jahr 2020 wird, hervorgerufen durch die Umstände der Covid-19-Pandemie, ein besonderes Augenmerk auf digitales Arbeiten, digitale Bildung und digitale Gesundheit gelegt. Der vorliegende Digitalindex bezieht sich auf das europäische Rahmenmodell für digitale Kompetenzen (DigComp) und betrachtet darauf aufbauend empirisch die fünf Kompetenzbereiche Informations- und Datenkompetenz, Gestalten und Erzeugen digitaler Inhalte, Kommunikation und Kollaboration, Sicherheit und Wohlbefinden sowie Problemlösekompetenz.

Annahmen über die Folgen der Digitalisierung

Die Digitalisierung schreitet weiter voran. Durch die Covid-19-Pandemie wurde die Digitalisierung im Jahr 2020 gezwungenermaßen beschleunigt und macht den Umgang mit digitalem Arbeiten, digitaler Bildung und digitaler Gesundheit notwendig.

Kompetenzanforderungen

Ausführen von Tätigkeiten am Computer sowie am Smartphone

Kompetenzdimensionen

Instrumentell-qualifikatorische Dimension: Internetrecherchen durchführen; mehrere Internetquellen benutzen; Bezahlung übers Smartphone; Office-Anwendungen nutzen; Programmieren; Videokonferenzen einrichten; Apps installieren und Updates durchführen; Antivirensoftware nutzen; Datenschutzeinstellungen auf Smartphone verwalten.

Kognitive Dimension: Wissen über Copyright und Lizenzen; Wissen über Datenfreigabe an Dritte.

Affektive Dimension: Bewusstsein für Umgangsformen im digitalen Raum; digitale Identität in sozialen Medien steuern; bewusst offline sein; Smartphonesucht erkennen und sich selbst schützen; digitale Hilfsmittel für Bedürfnisse finden.

Soziale Dimension: Nachrichten per Smartphone versenden; anderen bei Computerproblemen helfen.

Kreative Dimension: Inhalte in soziale Netzwerke einstellen; Fotos mit Smartphone machen und versenden.

Kritisch-reflexive Dimension: Unseriöse Nachrichten erkennen; unterschiedliche Passwörter für unterschiedliche Dienste.

Zentrale theoretische Annahmen über Kompetenz

keine Angabe

Perspektive der Kompetenzträger*innen auf Kompetenz einbezogen?

keine Angabe

Lebenskontexte der Kompetenzträger*innen einbezogen?

In der Studie wird Rücksicht darauf genommen, woher die Teilnehmenden kommen (städtische oder ländliche Region) und wie sie sich Informationen aneigen.

Herausforderungen der Erfassung von Kompetenz

keine Angabe

Zentrale empirische Befunde über Kompetenz

In Bezug auf die unterschiedlichen Kompetenzfelder zeigen sich mitunter erhebliche Unterschiede. So fühlen sich die Befragten im Bereich Kommunikation, vor allem im Umgang mit dem Smartphone, am kompetentesten. Unsicherheit besteht hingegen insbesondere dort, wo es um die Erstellung von Inhalten sowie Problemlösekompetenz geht. Betrachtet man Informations- und Datenkompetenz, so ist die Fertigkeit, einfache Internetrecherchen durchführen zu können, am stärksten vorhanden. Etwa die Hälfte der Befragten sieht sich in der Lage, seriöse von unseriösen Nachrichten zu unterscheiden. Hierbei zeigen sich allerdings deutliche Unterschiede in Abhängigkeit von Bildung. Im Bereich Kommunikation und Kollaboration schätzen sich die Befragten (eher) kompetent in Hinblick auf Basiskompetenzen (Fotos mit dem Smartphone machen und Nachrichten verschicken) ein. Auf einem geringeren Niveau bewegen sich ein ausgeprägtes Bewusstsein für einen respektvollen Umgang im Internet (35 Prozent der Befragten), die Fertigkeit, Videokonferenzen einrichten (36 Prozent) sowie die eigene Identität in sozialen Netzwerken steuern zu können (19 Prozent). Mit Blick auf den Kompetenzbereich Sicherheit und eigenes Wohlbefinden zeigt sich bei den Befragten ein hohes Bewusstsein dafür, dass Internet-Dienste persönliche Daten an andere Firmen weitergeben. 59 Prozent der Befragten haben nicht das Gefühl, ständig online sein zu müssen. Vor allem Jüngere tun sich schwer, bewusst offline zu sein. Neue Fertigkeiten bzw. Wissen über den Umgang mit technische Anwendungen erlernen Kompetenzträger*innen vor allem informell durch den Austausch mit anderen oder durch Ausprobieren.

Quellenangabe

Initiative D21 (2021). D21 Digital Index 20/21. Jährliches Lagebild zur Digitalen Gesellschaft. Abgerufen von https://initiatived21.de/app/uploads/2021/02/d21-digital-index-2020_2021.pdf

Zuletzt geändert am 29. März 2021.