Digitale Kompetenz unter Lehrenden – Eine Annäherung an eine schwierige Definition und die Messung der Medienkompetenz

Kurzbeschreibung

In diesem Aufsatz wird Medienkompetenz anhand zentraler Definitionen im entsprechenden Fachdiskurs vorgestellt. Daran schließt sich eine Erläuterung der Instrumente für die Messung von Medienkompetenz an, wobei ein Fokus auf den Bereich der Lehre gesetzt wird. Anschließend geht Vogt auf den Bereich der Pflege- und Gesundheitsfachberufe ein und weist auf die fehlende zugehörige empirische Forschung hin.

Annahmen über die Folgen der Digitalisierung

Durch die Digitalisierung haben neue Informations- und Kommunikationstechnologien einen wichtigen Stellenwert in der Gesellschaft erhalten. Auch in der Bildung bekommen digitale Medien immer mehr Bedeutung, was dazu führt, dass „der sachgerechte und kritisch-reflektierter Umgang“ (S. 139) mit den neuen Technologien als ein Schlüsselkompetenz betrachtet werden muss. Aufgrund dessen wird von Lehrenden erwartet, dass sie die digitalen Medien nicht nur bei der Unterrichtsgestaltung berücksichtigen, sondern dass sie auch ihre eigene Medienkompetenz fördern.

Kompetenzanforderungen

Lehrende sollten in der Lage sein, digitale Medien zu nutzen und diese auch kritisch zu behandeln. Außerdem sollen sie in der Lage sein, neue Medien didaktisch und methodisch sinnvoll für die Unterrichtsgestaltung einzusetzen sowie diese auch im Unterricht selbst integrieren zu können.

Kompetenzdimensionen

Instrumentell-qualifikatorische Dimension: vorhandene Technik verwenden können; sich in neue Hard- und Software einarbeiten können; klassische mediale Angebote bedienen können (Nutzung von Hardware); Software nutzen können; Funktionswissen (z. B. neue Software installieren oder eine Digitalkamera bedienen).

Kognitive Dimension: Wissen, das als Grundlage für kompetentes Medienhandeln zu verstehen ist; Kenntnis von Computerspielen, (e-)Büchern und anderen Medienarten; strukturelle Kenntnisse über den Komplex der modernen Mediensysteme (v.a. Konsequenzen des eigenen Handelns im medialen Raum abschätzen).

Kreative Dimension: Medien gestalten (Kreativität und „Weiterentwicklung des Mediensystems innerhalb der angelegten Logik“ [Baacke, 2007, S. 99]); Positionierung einer Kamera zur Bildaufnahme; eigene Bearbeitung und Gestaltung von medialen Angeboten.

Soziale Dimension: aktive Medienpartizipation; Strukturen und Bedingungen von interaktiven, digitalen Kommunikationsprozessen gestalten und sowohl in kritisch-reflektierter als auch sozial angebrachter Weise nutzen können.

Kritisch-reflexive Dimension: kritische Nutzung digitaler Medien zur Informationsgewinnung und -verarbeitung; analytische Erfassung problematischer gesellschaftlicher Prozesse und Reflexion dieser im Hinblick auf das eigene Handeln sowie die ethische Einordnung der gesellschaftlichen Prozesse und ihrer Reflexion; strukturelle Kenntnisse über den Komplex der modernen Mediensysteme (v.a. Konsequenzen des eigenen Handelns im medialen Raum abschätzen); Orientierungswissen; medienbezogenen Strukturen, Wirkungen und Ausgestaltungen durchschauen können; den sozial verantwortlichen Umgang mit Medien analysieren und moralisch einschätzen (dabei auch die eigenen medialen Handlungsstrategien kritisch hinterfragen und unter ethischen Gesichtspunkten gestalten können).

Zentrale theoretische Annahmen über Kompetenz

Vogt nimmt an, dass zwar die Nutzung digitaler Medien bei Lehrenden angekommen ist, aber es existieren große Lücken bei der Medien-Didaktik und der Medien-Gestaltung. Vogt kommt zu dem Schluss, dass Medienkompetenzen für Lehrende nicht nur die kritische Handhabung der digitalen Medien bedeuten, sondern auch die sinnvolle Unterrichtsgestaltung und Integration dieser Medien im Unterricht.

Perspektive der Kompetenzträger*innen auf Kompetenz einbezogen?

keine Angabe

Lebenskontexte der Kompetenzträger*innen einbezogen?

keine Angabe

Herausforderungen der Erfassung von Kompetenz

keine Angabe

Quellenangabe

Vogt, N. (2018). Digitale Kompetenz unter Lehrenden - Eine Annäherung an eine schwierige Definition und die Messung der Medienkompetenz. PADUA, 13(2), 139-145.

Zuletzt geändert am 31. August 2022.