Digitale Selbstbestimmung

Kurzbeschreibung

Folgt man den Autor*innen, besteht durch die Digitalisierung die Gefahr, dass Nutzer*innen kaum noch selbstbestimmt im Netz handeln können. Daher ist es besonders wichtig, das Konzept der digitalen Selbstbestimmung genauer zu definieren. Ziel dieser Untersuchung ist es daher, eine Definition für digitale Selbstbestimmung zu erarbeiten. Hierfür werden zunächst eine explorative Literaturanalyse und eine Begriffsarbeit durchgeführt. Dabei stellen die Autor*innen fest, dass Kompetenz ein Teil digitaler Selbstbestimmung ist. Anschließend wird eine Online-Befragung, repräsentativ für die deutsche Bevölkerung durchgeführt, um die Einstellungen der Bürger*innen in Bezug auf den Umgang mit personenbezogenen Daten zu untersuchen.

Annahmen über die Folgen der Digitalisierung

Neben den vielen Nutzungspotenzialen der neuen Medien, wie beispielsweise der erleichterte Zugang zu Informationen, ergeben sich auch viele Herausforderungen durch den technologischen Fortschritt. Gefahren sind beispielsweise die Einschränkung oder sogar der Verlust von selbstbestimmten Entscheidungen und Handlungen im digitalen Umfeld. Die Forschenden argumentieren, dass diese Einschränkung bzw. Verlust der Selbstbestimmung den Nutzer*innen oft nicht bewusst ist, da ihnen die Kompetenzen fehlen, die das Verständnis der "heimlichen" Erhebung, Sammlung und Verwertung ihrer Daten ermöglichen würden.

Kompetenzanforderungen

Nutzer*innen sollen in der Lage sein, Apps auf dem Smartphone installieren zu können, sie sollen verstehen, wie Foren und Blogs funktionieren und wie man an solchen Angeboten teilnehmen kann. Außerdem sollen Nutzer*innen ein Verständnis von Trojanern haben und auch in der Lage sein, die eigenen PCs vor Trojanern schützen zu können.

Zentrale theoretische Annahmen über Kompetenz

Kompetenz wird von den Forschenden als ein Aspekt der digitalen Selbstbestimmung thematisiert. Unter Kompetenz werden die Fähigkeiten, Fertigkeiten und das Wissen verstanden, die dazu benötigt werden, Informationen, die für Handlungen und Entscheidungen relevant sind, zu finden, zu verstehen und bewerten zu können. Zudem ist es auch wichtig festzustellen, wann nur Informationen vorliegen (zum Beispiel bei Suchmaschinenergebnissen) und wann tatsächliches Wissen präsentiert wird. D.h. Nutzer*innen sind in der Lage, Informationen bezüglich ihrer Qualität und Relevanz zu beurteilen.

Perspektive der Kompetenzträger*innen auf Kompetenz einbezogen?

keine Angabe

Lebenskontexte der Kompetenzträger*innen einbezogen?

keine Angabe

Herausforderungen der Erfassung von Kompetenz

keine Angabe

Zentrale empirische Befunde über Kompetenz

Die Ergebnisse der Online-Befragung deuten darauf hin, dass sich Nutzer*innen in Deutschland in der Lage fühlen, für sie wichtige Informationen im Netz aufzurufen. Außerdem finden Nutzer*innen Online-Bestellvorgänge zumeist transparent und können Pflichtfelder und optionale Eingaben voneinander trennen. Die demografischen Daten verweisen darauf, dass sich Schüler*innen und Teilnehmende mit höherer Bildung leichter im Internet zurechtfinden.

Quellenangabe

Mertz, M., Jannes, M. Schlomann, A., Manderscheid, E., Rietz, C. & Woopen, C. (2016). Digitale Selbstbestimmung. Köln: Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (ceres).

Zuletzt geändert am 1. März 2019.