Eltern in der digitalen Welt – Bitkom-Studie 2025
Kurzbeschreibung
Die Studie gibt Einblicke in die Medienerziehung von Eltern sechs- bis 18-jähriger Kinder. Dabei geht es sowohl um digitale Geräte als auch soziale Netzwerke. In einer telefonischen CATI-Befragung wurden 1.004 Eltern unter anderem zu folgenden Themen befragt: Ab welchem Alter dürfen die Kinder digitale Medien nutzen? Welche Regeln gibt es in Bezug auf die Nutzung generell und auf einzelne Medienangebote? Welche Chancen und Risiken nehmen Eltern für ihre Kinder wahr und wie schätzen sie ihre eigene Kompetenz ein, ihre Kinder zu begleiten? Wie nehmen sie die Rolle von Schule und Politik in Bezug auf digitale Bildung wahr?
Annahmen über die Folgen der Digitalisierung
Digitale Medien sind fester Bestandteil im Alltag von Kindern und Jugendlichen. Das stellt viele Familien vor Konflikte und Eltern vor die Frage, wie viel Medienzeit vertretbar ist und welche Schutzmaßnahmen notwendig sind. Um einen gesunden Umgang mit Medien zu lernen, sollten Eltern ihre Kinder im Umgang mit digitalen Medien begleiten und sie dabei unterstützen, Medienkompetenz zu entwickeln. Das erfordert einen eigenen kompetenten Umgang mit Medien.
Kompetenzanforderungen
In der Studie geht es um Anforderungen, die Eltern bei der Begleitung ihrer Kinder im Umgang mit digitalen Medien haben, z.B. ein Vorbild bezüglich der Nutzung zu sein oder Privatsphäreeinstellungen vorzunehmen.
Kompetenzbegriffe (nach dem Papier)
Unterdimensionen (nach dem Papier)
keine Angabe
Kompetenzdimensionen (nach dem Rahmenkonzept von Digitales Deutschland)
Instrumentell-qualifikatorische Dimension: Jugendschutzfunktionen und altersgerechte Einstellungen aktivieren; Privatsphäre-Einstellungen einstellen; digitale Geräte sicher bedienen; Apps und Software sinnvoll nutzen.
Kognitive Dimension: Sich über digitale Medien und -angebote informieren; Einstellungen kennen, um die Privatsphäre zu schützen; verlässliche Informationen erkennen; Orientierung im Umgang mit sozialen Medien.
Soziale Dimension: Sich verantwortungsvoll in digitalen Medien bewegen, z. B. in sozialen Netzwerken.
Kritisch-reflexive Dimension: Risiken in Bezug auf die Mediennutzung des Kindes einschätzen; sich sicher und verantwortungsvoll in digitalen Medien bewegen, z. B. in sozialen Netzwerken.
Zentrale theoretische Annahmen über Kompetenz
Laut der Studie umfasst Medien- und Digitalkompetenz „digitale Geräte sicher zu bedienen, Apps oder Software sinnvoll zu nutzen und sich sicher und verantwortungsvoll in digitalen Medien, z. B. in sozialen Netzwerken, zu bewegen“ (S. 22).
Perspektive der Kompetenzträger*innen auf Kompetenz einbezogen?
keine Angabe
Lebenskontexte der Kompetenzträger*innen einbezogen?
Die Stichprobe wurde anhand des Mikrozensus so gewichtet, dass die Ergebnisse ein repräsentatives Bild für Eltern von Kindern von 6 bis 18 Jahren in Deutschland ergeben – mit Blick auf das Geschlecht, das Alter, die Anzahl an Personen im Haushalt, das Bundesland sowie den Bildungsgrad. Mit Blick auf das Alter der Kinder wird in der Studie betont, dass die elterliche Begleitung im Umgang mit Medien mit zunehmendem Alter nachlässt. Unter anderem aus diesem Grund werden verbindliche Angebote in allen Bildungseinrichtungen gefordert. Daneben werden auch gesetzliche Vorgaben, die den Zugang Minderjähriger zu digitalen Anwendungen und Diensten regeln, thematisiert, z. B. der DSA auf europäischer Ebene. Schutz – so wird argumentiert – entsteht stets aus einem Zusammenspiel von Regeln, Aufklärung und Kompetenzen.
Herausforderungen der Erfassung von Kompetenz
keine Angabe
Zentrale empirische Befunde über Kompetenz
Knapp drei Viertel der Eltern fühlen sich eher oder sehr sicher darin, dem eigenen Kind Medien- und Digitalkompetenz zu vermitteln. Jedoch geht nur knapp die Hälfte der Befragten mit persönlichen Daten ihrer Kinder bedacht um. Konkret achten 47 Prozent der Eltern darauf, dass sie keine Bilder ihrer Kinder online stellen. Etwa 40 Prozent der Eltern geben an, sich gezielt zu informieren, um ihr Kind besser unterstützen zu können, aber auch, dass es ihnen schwer fällt bei der Vielzahl an neuen Entwicklungen mitzukommen. Nur circa ein Viertel der Befragten hat sich laut eigener Aussage schon Erziehungstipps im Internet geholt.
Quellenangabe
Bitkom e.V. (2025). Eltern in der digitalen Welt. Bitkom-Studie 2025. https://doi.org/10.64022/2025-eltern-digitalisierung
Sonstige Anmerkungen
Neben den Ergebnissen zur Kompetenzeinschätzung der Eltern gibt die Studie Aufschluss über die Medienausstattung in Familien und Medienerziehungsfragen. Vertieft wurde die Social Media Nutzung der Kinder aus Sicht der Eltern und elterliche Maßnahmen der Begleitung. Ein gesondertes Thema ist, wie aus Perspektive der Eltern digitale Bildung in Schule und Politik aufgegriffen und umgesetzt wird. So wünscht sich etwa jeweils eine Mehrheit der Befragten verpflichtende digitale Weiterbildungen für Lehrkräfte und die Verankerung von Medien- und Digitalkompetenz in Lehrplänen.