ICILS 2013. Computer- und informationsbezogene Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern in der 8. Jahrgangsstufe im internationalen Vergleich

Kurzbeschreibung

Die ICILS-Studie 2013 (International Computer and Information Literacy Study) ist eine international vergleichende Erhebung von computer- und informationsbezogenen Kompetenzen von Schüler*innen der Jahrgangsstufe acht. Sie erhebt computer- und informationsbezogene Kompetenzen in Form von digitalen Leistungstests. Die ICILS-Studie fragt bei der Erhebung nach internationalen Unterschieden in computer- und informationsbezogenen Kompetenzen und nach Zusammenhängen zwischen den Unterschieden jeweiliger Schul- bzw. Bildungssysteme und technologiebezogenen und soziodemografischen Merkmalen von Schüler*innen (Geschlecht, soziale Herkunft, Migrationshintergrund). Es wurden 18 Länder erfasst.

Annahmen über die Folgen der Digitalisierung

In der Studie wird die Digitalisierung als bereits geschehend vorausgesetzt und nimmt aufgrund der "fortschreitenden Technisierung aller Lebensbereiche" den kompetenten Umgang mit Medien als immer bedeutsamer werdende Kompetenz in den Fokus. Besonders die Kompetenz "medial vermittelte Informationen auszuwählen, zu verstehen, zu nutzen und zu kommunizieren" ist nach den Autor*innen dabei relevant.

Kompetenzanforderungen

Um als kompetent zu gelten, müssen Kompetenzträger*innen Aufgaben erfüllen können, die zeigen sollen, dass sie Informationen mit einem Computer oder anderen neuen Technologien sammeln, organisieren, erzeugen und austauschen können. Dementsprechend werden sie einer von fünf Kompetenzstufen zugeordnet. Kompetenzstufe I: rudimentäre rezeptive Fähigkeiten und sehr einfache Anwendungskompetenzen, Kompetenzstufe II: kompetenter Umgang mit basalen Wissensbeständen und sehr einfache Fertigkeiten im Umgang mit Informationen, Kompetenzstufe III: mit Hilfestellungen Informationen ermitteln, bearbeiten und einfache Informationsprodukte erstellen, Kompetenzstufe IV: eigenständiges Ermitteln und Organisieren von Informationen und selbstständiges Erzeugen von elaborierten Dokumenten und Informationsprodukten, Kompetenzstufe V: sicheres Bewerten und Organisieren selbstständig ermittelter Informationen und Erzeugen von inhaltlich und formal anspruchsvollen Informationsprodukten.

Zentrale theoretische Annahmen über Kompetenz

In der Studie werden computer- und informationsbezogene Kompetenzen nach eigener Aussage im Sinne eines ICT-Literacy Ansatzes verwendet.

Perspektive der Kompetenzträger*innen auf Kompetenz einbezogen?

keine Angabe

Lebenskontexte der Kompetenzträger*innen einbezogen?

Das theoretische Rahmenmodell der Studie beschreibt Merkmale des Bildungssystems, der Schule, des familiären Hintergrunds/häuslichen Umfelds und der Schüler selbst als Einflussgrößen auf die erhobene Kompetenz. Deswegen werden das Schul- bzw. Bildungssystem der Schüler, technologiebezogene Schülermerkmale, Geschlecht, soziale Herkunft und Migrationshintergrund der Schüler*innen mit erhoben.

Herausforderungen der Erfassung von Kompetenz

keine Angabe

Zentrale empirische Befunde über Kompetenz

Kompetenzstufe I: Deutschland: 7,4 Prozent (International: 17 Prozent), Kompetenzstufe II: 21,8 Prozent (22,7 Prozent), Kompetenzstufe III: 45,3 Prozent (37,6 Prozent), Kompetenzstufe IV: 24,0 Prozent (20,7 Prozent), Kompetenzstufe V: 1,5 Prozent (2,0 Prozent). Schüler-Computer-Verhältnis: 11,5 : 1 (11,6 : 1). Lehrpersonen, die angeben, Unterricht mit digitalen Medien vorbereiten zu können: 67,0 Prozent. Lehrpersonen, die regelmäßig Computer im Unterricht nutzen: 34,4 Prozent. Lehrpersonen, die IT-bezogene Fähigkeiten fördern: circa ein Drittel. Kompetenzpunktedurchschnitt Mädchen: 532, Jungen: 516. Deutsche Schüler*innen beginnen im internationalen Vergleich spät einen Computer zu nutzen. Hinsichtlich sozialer Lage lassen sich keine systematischen Unterschiede in Computerzugang und -nutzung feststellen, jedoch in erhobener Kompetenz. Schüler*innen mit Migrationshintergrund erreichen niedrigere Werte (499 vs. 538), dieser Unterschied zeigt sich ebenfalls nach Familiensprache (44 Punkte weniger bei nicht-deutscher Sprache). An Gymnasien zeigen sich geringere Werte im Kompetenztest eher nach Migrationshintergrund, an anderen Schulformen der Sekundarstufe I eher nach sozialer Lage.

Quellenangabe

Bos, W., Eickelmann, B., Gerick, J., Goldhammer, F., Schaumberg, H., Schwippert, K., Senkbeil, M., Schulz-Zander, R., & Wendt, H. (2014). ICILS 2013 Computer- und informationsbezogene Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern in der 8. Jahrgangsstufe im internationalen Vergleich. Münster, New York: Waxmann. Abgerufen von https://www.waxmann.com/fileadmin/media/zusatztexte/ICILS_2013_Berichtsband.pdf

Sonstige Anmerkungen

Die Studie heißt im englischsprachigen Original "International Computer and Information Literacy". Das zentrale Konstrukt wird im deutschen übersetzt mit "computer- und informationsbezogene Kompetenzen". Allerdings ist hier kritisch zu hinterfragen, ob diese sprachliche Übersetzung auch eine adäquate Übersetzung der wissenschaftlichen Konstrukte bedeutet oder ob hier nicht möglicherweise zwei unterschiedliche Konstrukte gleichgesetzt werden.

Zuletzt geändert am 29. April 2021.