Medienaneignung und Medienkompetenz in der Kindheit

Kurzbeschreibung

Helga Theunert setzt sich theoretisch mit Medienaneigung, Medienkompetenz und Medienkompetenzförderung bei Kindern im Alter von bis zu zwölf Jahren auseinander, wobei ihr Medienkompetenzmodell auch darüber hinaus Allgemeingültigkeit für Menschen besitzen soll. Auf ihren Erörterungen zu Medienaneignung, die bereits in der frühen Kindheit beginnt und tendenziell immer früher relevant wird, fußt auch ihre Begründung, dass Medienkompetenzförderung ebenso früh ansetzen muss.

Annahmen über die Folgen der Digitalisierung

In der Regel spricht Helga Theunert mehr von Mediatisierung (Krotz, 2012), als von Digitalisierung. Sie spricht aber auch davon, dass Medien durch die Digitalisierung und Vernetzung "umfassend präsent" (S.138) geworden sind. Theunert beschreibt dementsprechend, dass Medien bereits im Säuglingsalter durch die Mediennutzung des Umfelds des Kindes präsent sind und von Kindern wahrgenommen werden, sobald die Entwicklung ihrer Sinne es ihnen erlaubt. Diese Präsenz war ihr zufolge bereits vor der Digitalisierung und Vernetzung da, sie hat sich seit der Digitalisierung als gesamtgesellschaftlichem Wandel aber noch verstärkt. Daraus resultiert, dass die Medienkompetenzförderung auch bereits in diesem Alter ansetzen sollte, damit Kinder einen souveränen Umgang mit diesen vorhandenen Medien erlernen können.

Kompetenzanforderungen

Wissen und Reflexion über die jeweils existierende Medienwelt, ihre Angebote, Strukturen und Funktionen. Eigenständiger und selbstbestimmter Gebrauch zur Artikulation und Partizipation. Orientierung in und Positionierung zu der Medienwelt und Aktualisierung dieser Orientierung und Positionierung (S.156). Letztendlich souveränes und partizipatives Handeln mit Medien.

Zentrale theoretische Annahmen über Kompetenz

Medienkompetenz muss bereits in der frühen Kindheit gefördert werden, um ein souveränes Leben mit Medien in einer mediatisierten Gesellschaft seitens der Kompetenzträger*innen zu ermöglichen und sollte lebenslang weiter gefördert werden. Medienkompetenz ist ein Bündel aus Fähigkeiten in den Medienkompetenz-Unterdimensionen Wissen, Reflexion, Handeln und Orientierung/Positionierung. Sie sind miteinander verzahnt und allesamt Teil von "kommunikativer Kompetenz" nach Dieter Baacke. Wissen, Reflexion und Handeln ermöglichen letztendlich erst die Orientierung in und Positionierung gegenüber der jeweils existierenden Medienwelt der Kompetenzträger*innen. Die Förderung von Medienkompetenz ist hoch individualisiert zu betreiben, da der Prozess der Medienaneignung, über den die Kompetenzen erlernt werden, hoch individuell ist und von der Aktivität und den Ansichten der Komptenzträger*innen abhängt.

Perspektive der Kompetenzträger*innen auf Kompetenz einbezogen?

keine Angabe

Lebenskontexte der Kompetenzträger*innen einbezogen?

Helga Theunert formuliert, dass Medienaneignung prinzipiell nicht ohne das soziale Umfeld (Familie, Peer-Group, pädagogische Strukturen) der Kompetenzträger*innen und nicht ohne die Beschaffenheit der existierenden Medienwelt gedacht werden kann. Da sich Medienkompetenz ihr zufolge an Medienaneignung orientieren soll, müsste auch diese die genannten Lebenskontexte der Kompetenzträger*innen berücksichtigen. Insofern beschreibt die Autorin die theoretische Notwendigkeit, Lebenskontexte der Kompetenzträger*innen zu berücksichtigen.

Herausforderungen der Erfassung von Kompetenz

keine Angabe

Quellenangabe

Theunert, H. (2015). Medienaneignung und Medienkompetenz in der Kindheit. In: F. von Gross, D. Meister, & U. Sander (Hrsg.), Medienpädagogik - ein Überblick (S. 136–163). Weinheim und Basel: Beltz Juventa.

Zuletzt geändert am 15. März 2021.