Medienkompetenz. Anmerkungen anlässlich einer Untersuchung der Medienkompetenz von und durch SchülerInnen an Neuen Mittelschulen in Wien

Kurzbeschreibung

Der Artikel beschreibt das Projekt lnMeli (Entwicklung eines Instruments zur Erhebung und Reflexion der Medienkompetenz und des Medialen Habitus in Schulen). Im Rahmen dieses Projektes fanden drei Workshops mit Schüler*innen statt. Dabei haben Schüler*innen an Mittelschulen in Wien einen quantitativen Test zur Erfassung von Medienkompetenz entwickelt. Der Begriff Medienkompetenz wurde den Schüler*innen nicht erläutert, da sie ein eigenes Verständnis davon hatten und keine Nachfragen dazu stellten. Die Schüler*innen entwickelten Fragen zu den Bereichen materielle Zeichenträger, Mediennutzung und Risikobewusstsein. Diese Kategorien werden von den Autor*innen mit dem aktuellen Forschungstand und anderen Studien zu Medienkompetenz im Zusammenhang gebracht.

Annahmen über die Folgen der Digitalisierung

keine Angabe

Kompetenzanforderungen

keine Angabe

Kompetenzdimensionen

Kreative Dimension: Zum Teil sprechen die Schüler*innen in ihren Fragen auch Medien an, die der Produktion neuer Inhalte dienen..

Kritisch-reflexive Dimension: Die Jugendlichen sprechen in ihren Fragen z.B. den sorgsamen Umgang mit persönlichen Daten an..

Zentrale theoretische Annahmen über Kompetenz

Medienkompetenzdefinitionen sind laut den Autor*innen hauptsächlich Klassifikationen von Zielformulierungen. Die Operationalisierung von Medienkompetenz ist bei vielen Autor*innen unterschiedlich und bezieht sich auf unterschiedliche Ziele.

Perspektive der Kompetenzträger*innen auf Kompetenz einbezogen?

Die Schüler*innen erhielten vor der Testerstellung keine Erläuterung zum Begriff Medienkompetenz. Daher spiegelt sich in den Fragen der Jugendlichen ihr alltägliches Verständnis von Medienkompetenz wieder.

Lebenskontexte der Kompetenzträger*innen einbezogen?

Die Entwicklung des Fragebogens erfolgte nach dem Alltagsverständnis der Schüler*innen. Bei diesem Fragebogen werden hauptsächlich die Bereiche abgefragt, die den Schüler*innen bekannt und die aktuell populär sind. Medien, wie z.B. Zeitschriften, Bücher oder Fernsehen werden weniger beachtet als Internetcomputer (der Begriff Internetcomputer wird von den Autor*innen als ein Oberbegriff für eine Kategorie materieller Zeichenträger benannt). Zu verschiedenen Lebenskontexten (unterschiedliche Anwendung und Nutzung von Medien in Freizeit oder Familie) haben die Schüler*innen allerdings keine Fragen entwickelt. Dieses Ergebnis erklären die Autor*innen damit, dass dies nicht als Teil der Aufgabenstellung formuliert wurde und die Jugendlichen die Aufgabe möglichst genau und ohne Erweiterungen erfüllen wollten.

Herausforderungen der Erfassung von Kompetenz

keine Angabe

Zentrale empirische Befunde über Kompetenz

Für die Jugendlichen sind in der Dimension Materielle Zeichenträger hauptsächlich Internetcomputer relevant. Im Bereich Mediennutzung werden hauptsächlich Fragen zu interaktiver Mediennutzung erarbeitet. Das Produzieren und Rezipieren von Inhalten ist für die Schüler*innen weniger relevant. Unter Risikobewusstsein stellen die Schüler*innen in dem selbstentwickelten Fragebogen hauptsächlich Fragen zu Internetgefahren. Die Jugendlichen sehen den medialen Raum als alltägliche Begegnungsstätte mit anderen Menschen, was mit Risiken und Gefahren verbunden ist.

Quellenangabe

Swertz, C., Mildner, K., Berger, C. & Scheidl, G. (2016). Medienkompetenz. Anmerkungen anlässlich einer Untersuchung der Medienkompetenz von und durch SchülerInnen an Neuen Mittelschulen in Wien. Medienimpulse, 54(2).

Zuletzt geändert am 15. März 2021.