Medienkompetenz

Kurzbeschreibung

Stefan Aufenanger liefert eine Übersicht relevanter Beiträge zum Konstrukt Medienkompetenz aus seiner Perspektive. Dabei bezieht er sowohl klassische Theoretiker zum Thema Medienkompetenz, wie Dieter Baacke, Gerhard Tulodziecki und Norbert Groeben mit ein, wie auch Theoretikier*innen, die ähnliche Begriffe, wie Medienbildung, Kompetenz im Allgemeinen oder digitale Medien beschreiben. Auch bezieht er eine internationale Autorin mit ein und zieht Schlüsse für den weiteren Umgang mit dem Konzept Medienkompetenz.

Annahmen über die Folgen der Digitalisierung

Durch die stärker werdende Mediatisierung unserer Welt werden wesentliche Teile des Berufs- und Alltagslebens unserer Kinder vom Umgang mit Medien geprägt sein. Daher wird besonders von ihnen ein kompetenter Umgang mit (neuen) Medien gefordert.

Kompetenzanforderungen

Kompetenzträger*innen gelten dann als kompetent, wenn sie die Fähigkeit besitzen sinnvoll, verantwortlich, nutzerorientiert und kreativ mit (neuen) Medien umzugehen.

Zentrale theoretische Annahmen über Kompetenz

Stefan Aufenanger beschreibt keine konkreten Fähigkeitsbereiche, sondern nach eigener Aussage Kompetenzbereiche, die (nach Jürgen Habermas) für ein verständigungsorientiertes Handeln in einer medialen Welt nötig sind. Auf der Basis dieses erweiterten Kompetenzbegriffs formuliert er seine sechs Medienkompetenzdimensionen. Weiterhin skizziert Stefan Aufenanger verschiedene Diskurse über angrenzende Konstrukte wie "Medienbildung", "Kompetenz" und "digital". Dabei erläutert Stefan Aufenanger Medienbildung nach Benjamin Jörissen und Winfried Marotzki (2009) als kritisch-partizipative Selbst- und Weltvermittlung aus Sicht der Kompetenzträger*innen in einer von Medien durchzogenen Welt, Kompetenz als entweder eng gefasste Fähigkeiten für bestimmte Situationen nach Franz Weinert (1999) oder als weiter gefassten Begriff, inklusive Identitätssuche und Orientierung nach Heidi Schelhowe und Kollegen (2009) und digital nach Döbeli Honegger (2016) als all das, was in Computersystemen auf der Basis des binären Codes von 0 und 1 erstellt wird. Des Weiteren behandelt Stefan Aufenanger noch internationale Einflüsse und nennt dabei hauptsächlich das seiner Auffassung nach breiter gefasste Konzept der media literacy nach Renee Hobbs (1997), da es sich allgemein auf Kommunikation in verschiedenen Formen bezieht. Abschließend verweist er auf das Modell digitaler Kompetenzen von Anusca Ferrari (2012). Stefan Aufenanger favorisiert in den Folgerungen seiner Erörterungen einen Kompetenzbegriff, der konkrete Aufgabenbereiche definiert und wirft den meisten Modellen in diesem Themenfeld vor, ihren Kompetenzbegriff kaum theoretisch zu fundieren.

Perspektive der Kompetenzträger*innen auf Kompetenz einbezogen?

keine Angabe

Lebenskontexte der Kompetenzträger*innen einbezogen?

keine Angabe

Herausforderungen der Erfassung von Kompetenz

keine Angabe

Quellenangabe

Aufenanger, S. (2018). Medienkompetenz. In O.-A. Burow & S. Bornemann (Hrsg.), Das große Handbuch Unterricht & Erziehung in der Schule: Handlungsfeld Unterricht und Erziehung (S. 596–614). Köln: Wolters Kluwer.

Zuletzt geändert am 1. März 2019.