Messung medienpädagogischer Kompetenz von Lehrenden in der Weiterbildung

Kurzbeschreibung

Die Autor*innen entwickeln in dieser Studie ein Testverfahren zur Messung medienpädagogischer Kompetenz von Lehrenden in der Erwachsenen- und Weiterbildung und wenden dieses an einer Stichprobe von 622 Erwachsenenbildner*innen an. Sie unterteilen medienpädagogische Kompetenz in vier Dimensionen: medienbezogene Feldkompetenz, medienbezogene Fachkompetenz, medienbezogene Einstellungen und Selbstüberzeugung und mediendidaktische Kompetenz. Die Studie liefert Ergebnisse zur medienpädagogischen Kompetenz von Lehrenden sowie Unterschieden in der medienpädagogischen Kompetenz abhängig von soziodemographischen sowie erwerbsbiographischen Daten.

Annahmen über die Folgen der Digitalisierung

Die Digitalisierung führt zu Veränderungen auf individueller, institutioneller sowie gesellschaftlicher Ebene. Die Fähigkeiten von Erwachsenen im Bereich technologiebasiertes Problemlösen variieren jedoch stark. In diesem Kontext kommt der Erwachsenenbildung die Aufgabe zu, die Menschen vor sozialer Ausgrenzung zu schützen. Gleichzeitig ist sie dafür zuständig, die Menschen bei den fortwährenden Veränderungen stets weiterzuqualifizieren (auch unter Zuhilfenahme digitaler Medien für Lernprozesse).

Kompetenzanforderungen

Durch die Digitalisierung ergeben sich nicht nur Herausforderungen, die sich auf den Umgang mit digitalen Medien beziehen. Digitale Medien sollen pädagogisch und didaktisch sinnvoll im Unterricht eingesetzt werden. Auch das kritische Hinterfragen der Folgen der digitalen Transformation wird notwendig. Um alle Aufgaben in der Weiterbildung erfüllen zu können, ist medienpädagogische Kompetenz für Erwachsenenbildner*innen Voraussetzung.

Kompetenzdimensionen

Soziale Dimension: angemessener Umgang mit anderen und kooperatives Handeln mit anderen online; mit anderen über Online-Erlebnisse sprechen.

Kritisch-reflexive Dimension: eigenes Online-Handeln mit Blick auf gesellschaftliche Normen und Werte reflektieren (Erkennen von Risiken und Gefahren im gesellschaftlichen Diskurs).

Affektive Dimension: Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen, online erlebte Emotionen adäquat verarbeiten und ausdrücken zu können; durch selbst selektierte Inhalte eigene Bedürfnisse befriedigen.

Kreative Dimension: medienbezogene gestalterischen Fähigkeiten.

Zentrale theoretische Annahmen über Kompetenz

Medienkompetenz ist die Grundlage für medienpädagogische Kompetenz. Medienpädagogische Kompetenz enthält die Teilbereiche medienbezogene Feldkompetenz, medienbezogene Fachkompetenz, mediendidaktische Kompetenz, medienbezogene Einstellungen und Selbststeuerung (Schmidt-Hertha et al., 2017).

Perspektive der Kompetenzträger*innen auf Kompetenz einbezogen?

keine Angabe

Lebenskontexte der Kompetenzträger*innen einbezogen?

Die Studie berücksichtigt im Fragebogen die Bereiche, in denen die Lehrenden beschäftigt sind. Zudem werden persönliche Bedingungen wie Alter, Geschlecht, formaler Bildungsabschluss, Migrationshintergrund, Teilnahme an Weiterbildungsangeboten, Lehrkontext und Mediennutzung abgefragt. Theoretisch bezieht das vorgelegte Modell medienpädagogischer Kompetenz auch medienbezogenes Wissen über die Lebens- und Arbeitswelt der Lernenden, deren Mediennutzungsverhalten und Medienkompetenz wie auch über die Organisation, an der die Lehrenden tätig sind, ein.

Herausforderungen der Erfassung von Kompetenz

Häufig werden Kompetenzen mithilfe von Wissenstests oder anhand von Selbsteinschätzungen erfasst. Dies greift allerdings zu kurz, da Kompetenzen mehr umfassen als Wissen, Fertigkeiten und Qualifikationen.

Quellenangabe

Schmidt-Hertha, B., Rott, K. J., Bolten, R., & Rohs, M. (2020). Messung medienpädagogischer Kompetenz von Lehrenden in der Weiterbildung. Zeitschrift für Weiterbildungsforschung, 43(2), 313–329.

Zuletzt geändert am 3. July 2021.